Mit Dirk Zitzelsperger (AfD) enden heute unserer Porträts der Kandidaten für die Oschersleber Bürgermeisterwahl am 22. März. Nach Andrea Hasselmann (parteilos) folgten Benjamin Kanngießer (parteilos für die SPD), Andreas Kersten (CDU) und Toralf Müller (parteilos). Der parteilose Martin Laczkowski hatte unser Porträtangebot abgelehnt.

Von Sebastian Pötzsch

Oschersleben l Dirk Zitzelsperger wurde am 26. September 1971 in Neindorf geboren und wurde in der Anderslebener Straße in Oschersleben groß. An seinem dritten Geburtstag musste er miterleben, wie sein Vater verhaftet wurde. "Ein Teil meiner Familie stammt aus Bayern. Da wuchs auch mein Vater auf. Der ist jedoch nach Oschersleben ausgewandert", erzählt der Bürgermeisterkandidat. Doch immer wieder zog es ihn zurück nach Bayern. "Ich erinnere mich, wie während meiner Geburtstagsfeier auf einmal Tumult herrschte und mein Vater mitgenommen wurde", sagt Zitzelsperger. Drei Jahre hatte er auf ihn warten müssen, bevor er wieder da war. "Das hat mich geprägt. In der Schule war ich ein Querulant und in der FDJ nur zum Selbstschutz", erinnert sich der Oschersleber. Das war in der Puschkin-Schule.

Anschließend begann er eine Ausbildung zum Instandhaltungsmechaniker. "Nach der politischen Wende im Jahr 1989 habe mich bei der Bundesmarine beworben", sagt der Oschersleber. Er habe als Obermaat auf den Minensuchschiffen "Medusa" und "Hertha" gedient. "Das war eine sehr schöne Zeit. Ich habe ganz Europa gesehen", sagt Zitzelsperger. Die Verlängerung seiner Dienstzeit habe er jedoch mit dem Beginn der Auslandseinsätze der Bundeswehr abgelehnt. "Unser Land beschützen ja, aber nicht unter fragwürdigen Umständen im Ausland", bekräftigt Zitzelsperger. Er kehrte nach Oschersleben zurück, arbeitete hier zunächst als Systembauer, um dann seiner Heimat für vier Jahre wieder den Rücken zu kehren.

"2010 kam für mich die Chance, bei einer großen Firma für Biogas-Anlagen zu arbeiten. Später stellte mich ein europaweit agierendes Unternehmen auf diesem Sektor als Projektkoordinator ein", erinnert sich der Kandidat. Zwischenzeitlich hat er seine Liebe Petra geheiratet. Beide haben einen heute neunjährige Sohn. Nach der großen Entlassungswelle 2013 habe er eine Auszeit genommen. Seit 2014 arbeitet er in der Motorsportarena. Was ihn in den vergangenen Jahren besonders geprägt habe, sei die ehrenamtliche Arbeit als Betreuer bei den Fußballern des VfB Oschersleben. "Da gibt es linke und rechte Jugendliche und solche mit Migrationshintergrund. Diese zu einer Mannschaft zu schmieden, hat mir großen Spaß gemacht", erzählt er.

Als weniger schön empfand er die Zeit nach seinem Hochwassereinsatz für das THW. "Wir waren bei Glindenberg stationiert und haben die Deiche verteidigt. Ich wollte selbst mit anpacken", betont Zitzelsperger und fügt hinzu: "Bis irgendwelche wichtige Leute ankamen und meinten, wir koordinieren mehr als dass wir helfen." Und als er dann für eine Medaille vorgeschlagen wurde, habe er abgelehnt. "Ich kann doch nicht ausgezeichnet werden, während andere, die ihr Hab und Gut verloren haben, noch auf ihre Fluthilfen warten."

Wenn Sie mehr über die Kandidaten erfahren möchten, besuchen Sie unser Wahlforum am Mittwoch, 11. März, ab 19 Uhr im Gasthof Schondelmaier. Wir veröffentlichen zudem eine Sonderseite zu den politischen Zielen der Kandidaten.