Die Groß Rodensleber Sportfrauen sind nicht nur beweglich, sondern auch mit musikalischem und schauspielerischem Talent ausgestattet. Zum siebenten Mal bewiesen sie das bei ihrer Frauentagsfeier vor großem Publikum.

GroßRodensleben l Viele, die am Wochenende zu den beiden Frauentagsfeiern der Sportfrauengruppe "Spreiz weg" in den Groß Rodensleber Gemeindesaal gekommen waren, zählen sich mittlerweile schon zum Stammpublikum. Da konnte sie auch der kleine, fast schon versteckte Hinweis in der Bühnendekoration auf das "verflixte 7. Jahr" nicht schocken.

"Verflixt" war nämlich allenfalls die chaotische Generalprobe hinter verschlossenen Türen. Ihre Auftritte am Sonnabendabend und am Sonntagnachmittag meisterten die 17 sportlichen Frauen mit einer Glanzleistung und einer ungeheuren Wandlungsfähigkeit. Fakt ist: Wenn es irgendwelchen Stars aus Funk und Fernsehen irgendwann einmal nicht so gut gehen sollte, so dass sie Ersatz brauchen, sollten sie einmal in Groß Rodensleben vorbeischauen. Hier muss ein Nest sein, in dem ein Double nach dem anderen aus dem Ei schlüpft.

So konnten die sportlichen Damen auch in diesem Jahr wieder mit einem riesigen Staraufgebot punkten, das die Bühne im Gemeindesaal rockte. Das Versprechen "Wir steigen langsam und gemächlich ein und steigern uns in kleinen Höhepunkten" konnte nicht wirklich gehalten werden. Lediglich beim Auftritt von Rita Rönckendorf als der Graf von Unheilig und Gundula Klose als Andreas Burani war es noch verhältnismäßig ruhig im Saal. Aber als kurz danach Cindy aus Marzahn (alias Corinna Jäger) "Geier Sturzflug" mitbrachte, die sich dann auch noch in die rockenden Jungs von Voxxclub verwandelten, tobte die Menge. Und Erika Adam heizte als Schlager singender Tony Marshall die Stimmung noch mehr an. Die Sportfrauen hatten weder Kosten noch Mühen gescheut, um zudem Conchita Wurst, die Gewinnerin des Eurovision Song Contests 2014, Helene Fischer und DJ Ötzi nach Groß Rodensleben zu holen. Kirsten Watermann, Ilka Nachtigall und Rita Rönckendorf schlüpften in deren Rollen. Auch der alte Holzmichl (Ramona Richter) lebte wieder auf.

Doch es gibt auch Figuren, die sind nicht zu kopieren und in ihrer Einmaligkeit nur unter den Sportfrauen zu finden. Ewald und Anni zum Beispiel. Ramona Richter und Ilka Nachtigall haben in der Rolle des alten Ehepaares inzwischen viel erlebt und ihren bissigen Humor trotzdem nicht verloren. Ebenso grandios sind seit Jahren Doreen Schulze und Katrin Krone als Polizisten-Duo Manni und Klaus-Peter sowie in ihren Rollen als Doktor und Schwester Uschi.

Für ihre Auftritte probten die Sängerinnen und Sketchdarstellerinnen - auch die, die diesmal beispielsweise als Patient, Abnehmwilliger, Richter oder Mutter in Erscheinung traten - seit Januar größtenteils im stillen Kämmerlein. Absprachen für das Programm wurden nach den regelmäßigen Sportstunden getroffen. Dass das Konzept so passt, bestätigte der Applaus. Unter den Begeisterten war auch Kathrin Paitz, die in Bergen einer Versicherungsagentur betreibt und die Sportfrauen mit neuen T-Shirts ausstattete.

Die Frauen können zwar in Männerrollen schlüpfen, doch ohne "echte" Männer würde der Groß Rodensleber Frauentagsfeier etwas fehlen. Und so standen "unsere Kinder", wie Rita Rönckendorf sie bezeichnete, auch diesmal auf der Bühne ihren Mann.

 

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