Der Kleingartenverein "Am Diesterwegring" in Oschersleben feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Manfred Siedka, Chronist des Vereins, hat deshalb in den "Geschichtsbüchern" geblättert und einige Informationen über den Gartenverein zusammengetragen.

Von Yvonne Heyer

Oschersleben l Nachdem in den sechziger und siebziger Jahren im Norden Oscherslebens neue Wohngebiete im Seehäuser Weg, an der Wasserrenne und im Diesterwegring entstanden waren, hatten viele junge Familien den Wunsch, auch einen kleinen Garten zu bewirtschaften. "So ergriffen Ursula Kretschmer und Rudolf Wohlgemuth die Initiative. Nach Ermittlung des Bedarfs begann die Suche nach geeignetem Land", erinnert sich Manfred Siedka. Mit Unterstützung des damaligen Vorsitzenden des Rat des Kreises, Alfred Schubert, seien sie fündig geworden. Eine zwischen dem Graben "Wasserrenne" und dem Diesterwegring verlaufende Ackerfläche konnte nach Verhandlungen mit dem Rat der Stadt Oschersleben und den Eigentümern mittels Generalpachtvertrag genutzt werden.

"Am 12. März 1965 wurde ein Gartenvorstand gewählt, der dann alles Weitere organisierte. Eine Umzäunung des Areals war der erste Schritt", berichtet der Chronist. Schließlich sei die Aufteilung des Geländes in 59 Gartenparzellen und verschiedene Freiflächen erfolgt. Ein Jahr später wurden eine Wasserleitung und Wasserentnahmestellen dank der Einsatzbereitschaft von Fritz Koch, Rudolf Wohlgemuth, Klaus Tiegel und Heinz Guse sowie der Anlieger installiert. Mit großem Fleiß seien die Gartenbesitzer ans Werk gegangen, Lauben entstanden und 1971 wurde die Anlage um sechs Parzellen erweitert.

"Auf Initiative des langjährigen Vorsitzenden Egon Schulz bekam die Gartenanlage den Titel `Naherholungsgebiet` zuerkannt. Unter Federführung des Gartenfreundes Vinzent Hohmann wurde 1983 die Stromversorgung in Angriff genommen und realisiert", erinnert sich Manfred Siedka weiter.

In den vergangenen 20 Jahren wurden weitere Maßnahmen zur Verschönerung der Gartenanlage umgesetzt. Dazu gehört beispielsweise das Setzen eines neuen Haupttores 2002. Ein größeres Vorhaben sei zudem der Umbau der Vereinslaube gewesen. Als Bauleiter fungierten Siegfried Eßrich und Werner Kaufhold. Unter der Regie des 1999 zum Vorsitzenden gewählten Fritz Koch entstand der Rosenhügel im Eingangsbereich, wurden Wege befestigt.

Im Jahr 2007 beschloss der Vorstand, alle Wege zu beschildern. Namen wie Sonnenblumenweg, Zinnienweg oder Tulpenweg wurden vergeben.

Nach fast 40 Jahren sei es an der Zeit gewesen, die inzwischen marode Wasserleitung zu erneuern. Das erfolgte wegeweise zwischen 2010 und 2014. "Besondere Einsatzbereitschaft zeigten hier Peter Dirkes und Werner Reimann", berichtet Manfred Siedka.

Zu einer schönen Tradition ist der Wettbewerb um den Sonnenblumenkönig geworden. Seit 2006 wetteifern die Anlieger des Sonnenblumenweges darum, in welchem Garten die höchste Sonnenblume gewachsen ist.

Damit all die Aktivitäten des Kleingartenvereins, sein Wachsen und Werden nicht in Vergessenheit geraten, wird eifrig eine Chronik geführt. Diese berichtet in Wort und Bild von der Gründung des Vereins bis zum heutigen Tage. Großen Anteil haben daran die Gartenfreunde Fritz Koch und Manfred Siedka.

Für das Fortbestehen und die Auslastung der Gartenanlage, die kaum Leerstand zu verzeichnen habe, engagierten sich besonders die Vorsitzenden Helmut Kauert und Peter Dirkes, der gegenwärtig amtierender Vorsitzender ist.

Wie Manfred Siedka weiter berichtet, wird jährlich zum Gartenvergnügen geladen. In diesem Jahr steht dieses im Zeichen des 50. Geburtstages, der am Sonnabend, 14. März, gefeiert wird.