Der Krottorfer Kleingartenverein möchte seine Anlage vor allem für junge Familien attraktiver machen. Deshalb hat der Vorstand für acht Gärten einen Elektroanschluss auf den Weg gebracht.

Krottorf l Seinen 90. Geburtstag hat der Krottorfer Kleingartenverein im vergangenen Jahr gefeiert. "Auf unserer Geburtstagsfeier wurde die Idee geboren, für einige Kleingärten einen Elektroanschluss zu schaffen, denn wir konnten vier junge Leute für einen Garten gewinnen", berichten Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Bente und Schatzmeister Uwe Schmalz. Und eben dieser Kleingärtnernachwuchs hatte den Wunsch nach einem Elektroanschluss geäußert.

Das Vorhaben stellte den Verein auch finanziell vor eine Herausforderung. Deshalb suchte der Vorstand den Kontakt zum in Krottorf ansässigen Ausbildungszentrum der Avacon. Beim Leiter der Ausbildungsstätte, René Schoof, stießen die Männer auf offene Ohren. Über ein Ausbildungsprojekt wurde in diesen Tagen das Vorhaben in die Tat umgesetzt. Die Materialkosten trägt der Kleingartenverein.

Gemeinsam mit Lehrmeister Gabriel Lorenz rückten fünf junge Leute, allesamt angegehende Elektroniker für Betriebstechnik, zur Gartenanlage an. Die Aufgabe von Daniel und Jannik Nahs, Sören Eggers, Jan-Hendrik Foik und Max-Rüdiger Klempke war es zunächst, einen 200 Meter langen, 30 Zentimeter breiten und 60 Zentimeter tiefen Kabelgraben zu schachten. Waren die Kabel verlegt, nahmen die Auszubildenden auch die Installationen in den Verteilerkästen zu den einzelnen Gärten vor. "Auf diese Weise haben nun acht Gärten einen Stromanschluss bekommen", erzählt Karl-Heinz Bente. Bislang gab es nur Strom im Vereinshaus und in einem Container. Dieser Anschluss wurde 1999 geschaffen.

Gut anderthalb Wochen haben die Lehrlinge für die Erweiterung des Elektroanschlusses innerhalb der Gartenanlage gebraucht. Für Freitag sei die Übergabe geplant, wie Karl-Heinz Bente berichtet.

Die Krottorfer Kleingartenanlage wird von 16 noch aktiven Kleingärtnern bewirtschaftet. Darunter sind übrigens auch die Knirpse aus dem hiesigen Kindergarten. Zwischen Kita und Gartenverein gibt es bereits seit einiger Zeit einen Kooperationsvertrag. Dieser beinhaltet, dass die Kinder in ihrem kleinen Garten Beete bewirtschaften. Doch die Kooperation bedeutet außerdem, dass die Kleingärtner die Arbeit der Kita unterstützen und bei einigen Aktionen bereits gemeinsame Sache gemacht haben. Das trifft für das Sommerfest in der Kita genauso zu, wie für das Drachenfest, welches in der Kleingartenanlage startet.

Nicht bewirtschaftete Flächen halten die Kleingärtner sauber. Einst umfasste die Anlage vier Hektar. Davon sind inzwischen zwei verpachtet, mehr als ein Hektar sind Grünland, welches die Hobbygärtner pflegen. Die restliche Fläche wird noch als Kleingärten bewirtschaftet.

Nachdem es nun vier junge Familien vorgemacht haben, hofft der Verein, dass weitere Interessierte nachziehen und noch mehr Gärten wieder an den Mann oder die Frau gebracht werden können.