Oschersleben l Die Mitglieder des Angelvereins von Oschersleben und Umgebung verstehen sich als anerkannte Naturschützer. "In der Vergangenheit und auch aktuell setzen wir uns für den Erhalt bedrohter Arten ein. Es ist unsere Aufgabe, künftigen Generationen die Artenvielfalt in unseren Gewässern zu erhalten", erklärt Heimo Reilein, Gewässerwart und stellvertretender Vorsitzender des Angelvereins von Oschersleben und Umgebung. Aktuell haben die Petrijünger des Vereins ein Äschenprojekt gestartet.

Förderung aus Fischereiabgabe

"Äschen stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Sie sind inzwischen europaweit gefährdet. Die Äsche war in unserem Bereich bis vor einigen Jahren zahlreich vertreten", erklärt Heimo Reilein. Doch dann hätte die Bestandsexplosion des Kormorans auch den Abschnitt der Bode mit voller Wucht getroffen, den die Angler des Oschersleber Vereins betreuen. Das hatte zur Folge, dass der Äschenbestand einen Totaleinbruch erlitt. Bis auf ein paar einzelne Exemplare sei keine Äsche mehr vorhanden. "Diese schaffen es nicht, wieder einen gewässertypischen Bestand aufzubauen. Deswegen entschlossen wir uns, ein Projekt zur Wiederansiedlung zu starten", berichtet der Gewässerwart weiter. Um den aktuellen Zustand der Bode zu ermitteln, beantragte der Angelverein von Oschersleben und Umgebung eine Gewässeruntersuchung. Der nächste Schritt sei dann das Ausbringen der Besatzfische über einen Zeitraum von drei Jahren. Die genannten Maßnahmen würden aus Mitteln der Fischereiabgabe gefördert. Diese Abgabe ist eine Gebühr, die von den Anglern bei Ausstellung bzw. Verlängerung ihres Fischereischeines gezahlt werde. Das bedeute zugleich, dass die Angler alle geförderten Maßnahmen sozusagen selber bezahlen.

"Um den Fraßdruck des Kormorans zu mindern, beschloss unser Verein die Zahlung einer Aufwandsentschädigung für Jäger, die einen Kormoran in unserem Einzugsgebiet erlegen", berichtet Heimo Reilein.

Enorm wichtig für den Erfolg des Projektes sei die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Dieses Gesetz fordert, die Bode und andere Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen. Das bedeute unter anderem, die nicht mehr benötigten Wehre zurückzubauen und auf keinen Fall mehr einen Neuanstau der Bode zuzulassen.

"Wenn dieses europäische Gesetz endlich umgesetzt wird, haben wir gute Chancen, in Zukunft ein naturnahes Fließgewässer mit den entsprechenden Fischarten vorzufinden. Wir hoffen, dass die Äsche in naher Zukunft wieder zahlreich vertreten ist und vielleicht kehrt auch der Bodelachs zurück", fasst Heimo Reilein zusammen.