Eine Gruppe von Schülern der 6. Klasse des Oschersleber Gymnasiums ist jetzt von einer Bildungsreise zurückgekehrt. Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft "Optik-Fertigung" waren die Mädchen und Jungen in Jena, um ihr Physik-Wissen auch praktisch umzusetzen.

Oschersleben l "Im Rahmen unserer AG fertigen die Schüler selbstständig Prismen und Linsen. Sie fangen mit einem Glasrohling an, bis das Werkstück fertig ist", erklärt der Physik-Lehrer Thomas Heising. Dafür steht eine extra vom Zeiss-Konzern in Jena bereitgestellte Maschine für Schleif- und Polierarbeiten zur Verfügung. "Die wirkt mit ihrem Fußantrieb zwar antiquarisch, erfüllt aber durchaus ihren Zweck", betont Heising. Denn in der AG soll das im Physik-Unterricht Gelernte gefestigt und das Interesse für einen Beruf in diesem Bereich geweckt werden.

Um noch tiefer in die Materie eintauchen zu können, waren die Schüler nun auf einer fünftägigen Praktikumsreise in das Mekka der Optik. "Durch meinen Draht zur Lehranstalt bei `Carl Zeiss` in Jena waren wir gemeinsam auf einem Betriebspraktikum im Bildungszentrum des Unternehmens", erklärt der Gymnasiallehrer.

Hier seien die Kinder in anspruchsvoller Umgebung sehr gut betreut worden. Die Hauptaufgabe bestand darin, aus einem Rohling aus sogenanntem Flintglas ein dreiseitiges Prisma herzustellen. "Dabei haben wir mit richtigen Lehrlingen zusammengearbeitet. Das Praktikum war super und die Leute echt nett", erinnert sich der Sechstklässler Till Urban. Stolz zeigen er und seine Mitschüler die in Jena gefertigten Stücke in die Höhe.

Zuerst mussten die Rohlinge auf Sand geleppt, also plangeschliffen werden. Anschließend ging es an die Feinarbeit. Denn damit ein Lichtstrahl durch ein Prisma in seine Spektralfarben aufgespalten werden kann, muss dessen Oberfläche glatt und absolut rein sein. "Dafür wurden die Prismen mit rotierenden Filzscheiben poliert. Das dauerte dann auch mehrere Tage", erklärt Thomas Heising.

"Wir haben aber auch viel von Jena gesehen", sagt Malte Schüler, dem die Stadt in Thüringen sehr gefallen hat. Ein Höhepunkt sei beispielsweise der Besuch der Sternwarte gewesen. "Hier konnten wir uns durch ein großes Teleskop den Mond und den Jupiter anschauen", erzählen die Schüler. Außerdem standen mehrere Museen sowie eine Führung durch das Unternehmen im Programm.

In die Heimat zurückgekehrt wollen die Mädchen und Jungen nun ihre in Jena begonnenen Werkstücke an der fußbetriebenen Schleifmaschine vollenden. Ein weiteres Ziel ist die Herstellung von Linsen, sodass jeder Schüler am Ende des Schuljahres seine eigene Lupe hat. "Außerdem wollen wir in der Zukunft ein Fernrohr von Galileo Gallilei nachbauen, um damit in die Ferne zu schauen", wagt der Physik-Lehrer Thomas Heising einen Blick in die Zukunft.