Die partielle Sonnenfinsternis hat am Freitagvormittag auch in Oschersleben fasziniert. Auf dem Schulhof des Gymnasiums haben es sich hunderte Schüler sowie Lehrer nicht nehmen lassen, einen Blick auf das Himmelsspektakel zu riskieren - natürlich nur mit Augenschutz.

Oschersleben l Es ist 9.27 Uhr und der Schulhof ist gut gefüllt. In diesem Augenblick beginnt der Mond, sich vor die Sonne zuschieben. Um Thomas Heising scharrt sich eine Gruppe von Mädchen und Jungen. Der Pulk um den Physiklehrer wird im weiteren Verlauf der Sonnenfinsternis um ein vielfaches größer sein.

"Ich habe hier ein ganz normales Schulfernrohr aufgestellt und mit einem Blendschutz sowie einer Projektionsfläche versehen", erklärt Heising. Tatsächlich ist hier zu erkennen, wie der Sonne bereits ein kleiner Teil fehlt. "Das ist der Mond", erklärt Heising seinen Schülern und zeigt auf den ausgefranzten Rand. "Das sind die Berge und Täler der Mondoberfläche. Das habe ich auch noch nie so klar gesehen. Und das ist nicht meine erste Sonnenfinsternis", freut sich der Lehrer. Das liege an der kalten und klaren Luft. Bei Hitze würde die Luft flimmern und das Bild wäre nicht mehr so klar.

Es ist 10.30 Uhr und die Sonnenfinsternis hat ihr Maximum erreicht. Trotzdem ist der helle Himmelskörper noch zu sehen und vom Mond nur zu etwa zwei Dritteln verdeckt. "Das ist ja auch nur eine partielle Finsternis", erklärt Lehrer Heising seinen Schülern. Die Gruppe um ihn und sein Teleskop herum ist nun viel größer als noch vor einer Stunde. Alle wollen das Spektakel sehen.

Wer nicht rankommt, hat sich bereits selbst geholfen. So wie die neuntklässlerin Julia Parnet. Sie schaut durch eine schwarze Glasscheibe und gibt diese abwechselnd an ihre Mitschüler weiter. "Das ist Schutzglas zum Schweißen. Da hat mir mein Vater extra für heute besorgt", sagt Julia stolz, während die Jungen und Mädchen hindurchschauen und staunen. Ein anderer Schüler hat sogar selbst etwas gebastelt. Durch ein kleines Loch in einer nicht durchsichtigen Folie fällt das Sonnenlicht und trifft auf eine Projektionsfläche. Dort, wo der Mond vor der Sonne steht, ist dieser als Schatten zu erkennen.

Schulleiter Bernd Malkowski schaut durch eine Schweißermaske. "Die hat mir unser Hausmeister gegeben. Ist das nicht faszinierend", sagt er und gibt das Gerät an seine Schüler weiter. Auch Lehrerin Kerstin Hädrich ist begeistert. "Ein tolles Ereignis, dass unsere Schule an einem Ort zusammenbringt."

Kurz vor 12 Uhr. Das Spektakel am Himmel und auf dem Schulhof ist vorbei. Die Schüler sitzen bereits in den Klassenräumen, als Physiklehrer Thomas Heising sein Fernrohr abbaut. Die nächste Finsternis wird laut Wikipedia übrigens am 10. Juni 2021 zu beobachten sein.

 

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