Nur noch gut einen Monat wird die kleine Bibliothek in der Völpker Schul-straße geöffnet sein, dann schließt der örtliche Büchereiverein dieses Kapitel nach vier Jahren ab. Nicht jedoch, ohne zuvor eine letzte Lesung mit besonderer Note zu veranstalten.

Völpke l Es ist ein Schlusspunkt mit Bedauern. Was auch sonst? Kerstin Meister und Petra Manousakes haben sich mit viel Enthusiasmus um ihr Büchereiprojekt gekümmert. Beschaulich, idealistisch, sympathisch. Von vornherein, dessen waren sie sich stets bewusst, war es ein Nischenangebot auf Zeit. Dennoch liegt, da nun die letzten Wochen angebrochen sind, Wehmut in der Einladung zur nächsten Buchlesung in der Schulstraße 4: "Leider ist es die letzte in unserer Bücherei. Nach fast vier Jahren werden sich die Türen Ende April für immer schließen. Wir danken allen Lesern für ihre Treue."

In einem fast familiären Miniverein mit gerade mal zehn Mitgliedern haben die beiden Frauen seit 2011 die Dorfbibliothek mit einigen Tausend Büchern angereichert. Eine Lektüreninsel in einer leerstehenden Gemeindewohnung, die der Verein mietfrei nutzen durfte.

Lesefreudige Kinder wie Erwachsene wurden hier quer durch die Genres und Epochen fündig und kamen auch aus den Nachbarorten, um sich ab und an mit Lesefutter zu versorgen. "Aber das Interesse hat in letzter Zeit stark nachgelassen", sagt Kerstin Meister. Viel los war nie, doch das Wenige sei noch weniger geworden, der Freizeitaufwand laufe quasi ins Leere. Es hatte sich schon länger abgezeichnet. Insbesondere die Zielgruppe der jungen Leser und Leseanfänger sei nach der Schulschließung in Völpke fortwährend geschmolzen.

Für die finale Veranstaltung im Bücherfundus verspricht Kerstin Meister "eine unterhaltsame Lesung mit Pfarrer Gunther Hirschligau". Der Ummendorfer liest am Donnerstag, 16. April, ab 19 Uhr aus seinem historischen Roman "...der Ehrlichste unter den Räubern und Dieben", der sich um Leben und Taten des hiesigen Räuberhauptmanns Rose (eigentlich Carl Wallmann) im 19. Jahrhundert dreht. Für die besondere Note des Abends sorgt des Pfarrers Gattin: Renate Hirschligau wird die Frau des Sommerschenburger Polizeikommissars Wilhelm Haberland spielen, der die Räuberjagd seinerzeit verfolgte.

Die Leihbücherei bleibt noch bis Ende April geöffnet, betont Kerstin Meister: "Montags und mittwochs sind wir von 16.30 bis 17.30 Uhr zum Lesen, Stöbern und Spielen für Sie da."