SPD-Kandidat Benjamin Kanngießer (parteilos) wird der Nachfolger von Dieter Klenke (parteilos). Mit großer Mehrheit wurde er am Sonntag zum neuen Bürgermeister von Oschersleben gewählt.

Oschersleben l Dass Benjamin Kanngießer mit 60 Prozent ein so eindeutiges Ergebnis erzielt, hätte sich im Vorfeld niemand so richtig vorstellen können. Bis zuletzt wurden in Oschersleben und Umgebung für die Stichwahl immer Kandidatenkombinationen wie Kanngießer/Hasselmann oder Kanngießer/Kersten genannt.

Doch die Bürger müssen nicht noch einmal an die Wahlurne treten - Benjamin Kanngießer ist der eindeutige Gewinner der Bürgermeisterwahl von Oschersleben. Auf der Wahlparty strahlte er mit zahlreichen SPD-Genossen um die Wette. In der "Alten Schmiede" herrschte eine ausgelassene Stimmung. "Mit diesem so eindeutigen Ergebnis hätte ich nicht gerechnet. Doch das ist gut so, denn auch für eine Stichwahl wäre noch einmal ein guter Wahlkampf nötig. So können wir alle erst einmal durchatmen. Das haben wir den vielen Wählern zu verdanken und dafür sage ich Dankeschön", meint der Wahlsieger. Vater und Ex-Landrat zeigte sich samt Ehefrau natürlich mächtig stolz auf den Sohn. "Der sicher schon gezeigt hat, dass er doch auch ein anderes Profil hat und seinen eigenen Weg gehen wird", so Burkhard Kanngießer.

Ausgelassen wurde auch bei Andrea Hasselmann gefeiert. Keineswegs sei sie enttäuscht. "Frauen haben immer einen ,Plan B` und der fängt morgen schon an, dann werden neue Projekte gestartet", gibt sich die Einzelbewerberin gelassen. Sie sei schließlich noch ziemlich neu in der Kommunalpolitik und dafür habe sie ein tolles Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl erreicht, nimmt es Andrea Hasselmann gelassen.

CDU-Kandidat Andreas Kersten verfolgte in der OSC-Gaststätte mit seiner Lebensgefährtin und einigen Parteigenossen wie Stefan Maindok, Rüdiger Breier und der CDU-Landtagsabgeordneten Gabriele Brakebusch die Internetseiten mit den Wahlergebnissen. "Oschersleben hat gewählt, hat sich entschieden. Das Wahlergebnis ist okay. Was es für die Zukunft für Oschersleben bedeutet, werden wir sehen. Ich bin als relativ unbekannter CDU-Kandidat ins Rennen gegangen. Nein, ich bin nicht enttäuscht. Wir als CDU haben ein gutes Wahlergebnis eingefahren", so Andreas Kersten.

"Ich habe immer gesagt ,Ich werde guter Vierter`, und genauso ist es gekommen. Damit ist für mich alles gut gelaufen. Das Ergebnis ist für mich nicht so schlecht ", fasst Toralf Müller sein persönliches Abschneiden der Bürgermeisterwahl zusammen. Allerdings habe der Einzelbewerber nicht mit diesem eindeutigen Gesamtergebnis gerechnet.

Dirk Zitzelsperger, der für AfD ins Rennen um das Bürgermeisteramt gegangen war, zeigte sich vor allem von der Wahlbeteiligung enttäuscht und traurig. "Unter diesem Gesichtspunkt ist es wohl gut, dass es nicht zu einer Stichwahl kommt. Wenn man nach über 20 Jahren die Chance hat, einen neuen Bürgermeister zu wählen, dann sollte diese auch genutzt werden. Das Ergebnis von 39,6 Prozent ist für mich nicht richtungsweisend, es hätten über 50 Prozent sein müssen", meint der Oschersleber. Sicher, auch er hätte sich ein paar Stimmen mehr gewünscht. Dennoch zeigt er sich im Volksstimme- Gespräch recht zufrieden.

Bei dem vorläufigen Wahlergebnis wurde eine Wahlbeteiligung von 39,6 Prozent erreicht. Als 2008 ein Bürgermeister für Oschersleben gewählt wurde, waren es 37,6 Prozent und in der Stichwahl 35,6 Prozent. Am Dienstag tagt der Wahlausschuss, um das Ergebnis zu bestätigen.

 

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