Wefensleben l Helmut Ebeling strebt seine zweite Amtszeit als Bürgermeister der Gemeinde Wefensleben an. Er habe sich zwar auch mit dem Gedanken getragen, nicht noch einmal zur Wahl anzutreten. "Aber wir haben hier etwas angestoßen, und mit 66 Jahren zählt man noch nicht zum ganz alten Eisen", nennt er den wichtigsten Beweggrund für die erneute Kandidatur. "Der Gemeinderat hat sich nach der letzten Wahl verjüngt, es ist frischer Wind reingekommen, neue Ideen, und es macht Spaß, diese aufzugreifen." So war der persönliche Entschluss, weitermachen zu wollen, gefasst. "Und meine Frau hatte auch nichts dagegen einzuwenden", fügt Ebeling mit einem Augenzwinkern hinzu.

Seine Heimatgemeinde sieht er als "schönes Wohndorf mit komplexer Infrastruktur", das aber auch "gewisse Herausforderungen" stelle. "Was uns wirklich fehlt, sind Steuereinnahmen. Daran wird sich nur leider so schnell nichts ändern", weiß Ebeling. Es sei ihm unverständlich, dass etwa ein großer Betrieb wie die Ziegelei vor Ort ist, dessen Gewerbesteuern aber an den Stammsitz in Hannover gezahlt werden. "Immerhin ist das Ziegelwerk ein treuer und engagierter Partner, wenn wir Hilfe brauchen", so der Bürgermeister. Dennoch könne man den finanziellen Nachteil nicht von der Hand weisen: "Wir müssen ja auch die Straßen instandsetzen, die von den Lkw nicht gerade unerheblich mitgenutzt werden. So wäre mir auch die Sanierung der Bahnhofstraße ein wichtiges Anliegen." Nach Abzug aller Abgaben blieben der Gemeinde im Schnitt aber nur 50000 Euro jährlich für eigene Investitionen. Das bedeute kleine Schritte.

"Die meisten Sorgen", meint Ebeling, "betreffen das Bauwesen - und da fühle ich mich zu Hause. Es soll mit unseren Straßen, Wegen und Plätzen vorangehen." Auf die "vielen störenden Ruinen" habe die Gemeinde "leider keinen Zugriff, weil sie meist in privater Hand sind", umso wichtiger sei nun der Abriss der ehemaligen Schule: "Dort wollen wir ein Baugebiet für Investoren schaffen. Altersgerechte Wohnungen werden benötigt, wie man am erfolgreichen Konzept weiter oben in der Bahnhofstraße sieht."

Und auch die Vereine im Ort würden verstärkt in der Verantwortung stehen: "Ich denke, da haben wir auch schon einen guten Weg eingeschlagen, wenn ich zum Beispiel sehe, wie gut der Sportverein die gewiss schwere Aufgabe rund um den Sporthallenbetrieb angenommen hat oder wie die Volkssolidarität sich um die Belange im Haus der Generationen kümmert. Das hat Dank und großes Lob verdient." Verbesserungspotenzial sieht Ebeling im Miteinander der Vereine: "Wir sind kulturell gut aufgestellt, könnten aber noch mehr zueinander finden, uns gegenseitig helfen und abstimmen. Das will ich als Bürgermeister unterstützen."