Die aktiven Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen haben am Sonnabend bei ihrer Jahreshauptversammlung einen neuen Ortswehrleiter und seinen Stellvertreter gewählt.

Seehausen l Christian Emme wird die Freiwillige Feuerwehr Seehausen für die Dauer von sechs Jahren als Ortswehrleiter führen. Die Mehrheit der 14 aktiven Kameraden, die am Sonnabend bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr im Gerätehaus an der geheimen Abstimmung teilnahmen, entschieden sich für den bisherigen amtierenden Wehrleiter. Zu seinem Stellvertreter bestimmten die Feuerwehrleute Gerrit Jäschke.

Wie Wanzlebens Stadtwehrleiter Burkhard Wegner, der für 13 Ortsfeuerwehren verantwortlich ist, sagte, müsse die Wahlentscheidung noch durch den Stadtrat bestätigt werden. Danach werde die neu gewählte Seehäuser Ortswehrleitung in ein Ehrenbeamtenverhältnis vereidigt.

Die Wahl der neuen Ortswehrleitung in Seehausen war erforderlich, weil der vorherige Chef Hans-Werner Rudloff sein Amt aufgegeben hatte und Christina Emme sei dem die Feuerwehr als amtierender Leiter führte. Diesen zeitlich begrenzten Zustand habe die Seehäuser Feuerwehr mit der Wahl ihrer neuen Spitze beendet. Stadtwehrleiter Burkhard Wegner wünschte der neuen Ortswehrleitung viel Erfolg bei der Arbeit und sicherte Unterstützung aus der Sarrestadt zu. So könne er sich vorstellen, dass die Wanzleber Kameraden den Seehäusern bei der Ausbildung durch die Bereitstellung von Technik wie der Drehleiter Unterstützung leisten würden. Für Wegner sei bei der Seehäuser Feuerwehr jetzt eine personelle Kontinuität eingezogen, die es zu stabilisieren gelte. "Ihr dürft in euren Reihe keine Lücken entstehen lassen", wünschte dis Wegner.

Vor der Wahl der neuen Ortswehrleitung hatte der bis dahin amtierenden Wehrleiter Christian Emme vor seinen Kameraden und Mitgliedern des Feuerwehrfördervereins den Rechenschaftsbericht über das Ausbildungs- und Einsatzgeschehen des vergangenen Jahres behalten. Demnach rückten die Seehäuser Feuerwehrleute 2014 zu 13 Einsätzen aus. Diese Einsätze setzten sich aus sieben technischen Hilfeleistungen und sechs Brandbekämpfungen zusammen. Besonders in Erinnung war den Kameraden ein nicht alltäglicher Einsatz im Juni, als Unbekannte versuchten, mit einem Gasgemisch den Geldautomaten in der Volksbank zu sprengen. Oder im Juli, als nahe Seehausen eine Windkraftanlage in Flammen stand. Ebenso gehörten das Beseitigen von Ölspuren oder die Bergung eines auf die Straße gefallenen Baumes zum Aufgabenspektrum bei den technischen Hilfeleistungen.

Um diese Einsätze bewältigen zu können, absolvierten die Seehäuser Feuerwehrleute regelmäßig Ausbildungseinheiten. Für 2014 standen 30 Dienstabende in der Statistik. Das Üben der Löschwasserentnahme aus dem See oder das Herstellen einer langen Löschwasserversorgungsstrecke in Zusammenarbeit mit der Eggenstedter Feuerwehr gehörten unter anderem dazu.

Dass es in Seehausen zurzeit keine aktive Jugendfeuerwehr gebe, schmerzte besonders Ulf Nohr, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Börde. Für ihn sei es zwar ein Trugschluss, über die Jugendfeuerwehren die Ausfälle bei den aktiven Einsatzkräften kompensieren zu können. Dennoch sei es ohne Jugendfeuerwehr ungleich schwerer, Nachwuchs für die Wehren zu gewinnen. "Wir verlieren mehr Feuerwehrleute, als dass wir neue gewinnen", verdeutlichte Nohr. Für den Verbandsvorsitzenden sei das Thema Feuerwehr ein gesamtgesellschaftliches, was nicht alle auf dem Rücken der Einsatzkräfte ausgetragen werden. "Es gibt schon lange kein Ehrenamt mehr, es ist ein Pflichtamt", sagte Nohr aus seiner Sicht zum Wandel im Feuerwehrwesen. Deshalb sei es für ihn besonders wichtig, in den Feuerwehren keinen Kameraden mehr zu verlieren. Neben seinem Dank an die Seehäuser Feuerwehrleute für ihre Einsatzbereit für die Allgemeinheit, weitete Nohr diesen auf ihr Umfeld aus. Familien und Arbeitgeber der Feuerwehrleute würden dazu beitragen, dass die Retter ihren Dienst versehen können.

 

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