Wefensleben l Mit der Kandidatur fürs Bürgermeisteramt in Wefensleben hat sich Ulla Krolop Zeit gelassen. Erst am letzten Tag der Bewerbungsfrist reichte sie ihre Unterlagen ein. "Es war aber kein kurz gefasster Entschluss, sondern ein reiflich überlegter", betont die 56-Jährige. Sie stammt "aus der Potsdamer Ecke", Werder an der Havel, ist aber schon seit 1979 in Wefensleben zuhause - seit bald 25 Jahren gemeinsam mit ihrem Lebenspartner. "Heiraten ist offenbar nicht so unser Ding", lacht sie auf die Frage nach dem Familienstand. "Ledig der Formalität nach, aber wir sind auch ohne Trauschein glücklich", so die Mutter von vier Kindern.

Auslöser für die Kandidatur sei Amtsinhaber und Wahlgegner Helmut Ebeling selbst gewesen: "Im positiven Sinne, wohlgemerkt. Als er dahin tendierte, nicht noch einmal anzutreten, hat er mich ermuntert, das zu übernehmen, und daran hat sich dann auch nichts mehr geändert, als er umschwenkte. Wir kommen gut miteinander aus und lassen jetzt einfach die Bürger entscheiden. Wir sehen das beide sportlich ganz fair."

Als Bürgermeisterin möchte Ulla Krolop "den Versuch starten, die Bevölkerung mehr zu mobilisieren, die kleinen Animositäten überwinden, die mir, seit ich hier bin, immer wieder auffallen." Wefensleber hier, Belsdorfer da; Unterdorf gegen Neubauten - das gehöre zwar alles zur Dorfgeschichte, "aber man kann diese Schiene ja auch mal verlassen und wirklich zusammenwachsen." So könnte man "gewiss auch ungeahnte Potenziale wecken", ist sich Krolop sicher. "Wir haben Fachleute im Ort, die wir einbeziehen sollten, sodass der Gemeinderat nicht immer nur auf sich gestellt ist."

Erwarten könne der Bürger von ihr "Ehrlichkeit, denn ich bin keine Freundin falscher Versprechungen". Übertragen auf bevorstehende Gemeindeaufgaben bedeute das: "Wir müssen einfach Stück für Stück schauen, was wir mit dem Bisschen richten können, das uns zur Verfügung steht." Der Abriss der Schule habe jetzt größte Priorität, "in dem Schatten steht zunächst alles andere".

Der Leerstand in den Wohnblöcken sei trotz der erfolgten Maßnahmen "noch immer sehr hoch, fast dreißig Prozent, weshalb ich davon ausgehe, dass wir noch nicht den letzten Block abgerissen haben, so unangenehm das verständlicherweise für manche Bewohner auch ist."

Eine "Herzensangelegenheit" Krolops wäre ein neuer Zuschnitt der Grundschuleinzugsbereiche in der Verbandsgemeinde, damit die Wefensleber Kinder nur den kurzen Schulweg ins benachbarte Ummendorf zurücklegen müssten. "Aber davon sind wir noch weit entfernt, zumal erst kürzlich die jetzigen Schulbezirke bestätigt worden sind und Wefensleben somit vorerst weiter zum Schulbereich Harbke gehört.