Zur Person
Ina Wenzel ist 49 Jahre alt, verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Sie arbeitet als Angestellte in der Kirchenverwaltung in Wanzleben, ist dort vornehmlich für Grundstücksangelegenheiten zuständig. Sie ist Mitglied der CDU, als solches auch im Gemeinderat Hötensleben sowie im Verbandsgemeinderat vertreten und tritt auch als Parteikandidatin zur Bürgermeisterwahl an. In ihrer Freizeit geht sie gern schwimmen und hat ein Faible für politisches Kabarett und Theater.

Wackersleben l Der CDU-Ortsverband hatte Ina Wenzel für die Wahl nominiert - und ihr damit den Vorzug gegenüber dem nun als Einzelbewerber kandidierenden Horst Scheibel (parteilos) gegeben - eine Entscheidung, die intern durchaus einigen Wirbel auslöste. Scheibel galt als Wunschkandidat des scheidenden Amtsinhabers Dieter Buchwald (CDU). "Das ist bekannt, und ich habe auch kein Problem damit", sagt Wenzel, "aber die Mitglieder haben mehrheitlich für mich und somit gegen Herrn Buchwalds Vorschlag gestimmt."

Dass sie als "Nicht-Hötensleberin gewiss einen schwierigeren Stand" hat, ist ihr bewusst. Aber als "Ortsteil-Kandidatin" mag sie nicht abgestempelt werden: "So sehe ich mich nicht. Wir sind eine Gemeinde, und für die trete ich an. Wer eine jüngere Bürgermeisterin mit neuen Ideen haben will, der wählt mich auch in Hötensleben."

Frischen Wind möchte sie insbesondere in Sachen "Einbeziehung von Bürgern und Gemeinderäten bei Gemeindeentscheidungen reinbringen, denn da liegt doch einiges im Argen." Jüngstes Beispiel seien die Planungen zum Mehrgenerationenhaus der Gemeinde: "Dem haben wir zwar letztlich zugestimmt, weil es ja auch prinzipiell ein begrüßenswertes Projekt ist. Aber es wurden nicht wirklich detaillierte Informationen zu dem Ganzen auf den Tisch gelegt. Das muss sich aus meiner Sicht deutlich verbessern, um ein vernünftiges Miteinander im Gemeinderat und mit den Bürgern zu erreichen."

Den Beschluss, das Mehrgenerationenhaus per Kredit zu finanzieren, hält Wenzel außerdem für das falsche Signal: "Obwohl wir entsprechende Rücklagen haben, nehmen wir Schulden auf. Die Pro-Kopf-Verschuldung würde somit von 542 Euro derzeit auf 713 Euro steigen. Es würde mich nicht überraschen, wenn die Kommunalaufsicht da noch interveniert." Überhaupt erachtet sie die finanzielle Situation der Gemeinde als "längst nicht so schlimm". Im Gegenteil: "Es geht uns verhältnismäßig gut", weshalb sie auch bei den freiwilligen Aufgaben und den Vereinszuwendungen "nicht immer nur den Rotstift ansetzen" mag. "Die Gemeinde kann und muss diese Bereiche wieder mehr unterstützen."

Die kommunalen Bemühungen beim Akquirieren von Fördermitteln empfindet Wenzel als unzureichend: "Da ist mehr Eigeninitiative direkt aus der Gemeinde beziehungsweise vom Bürgermeister gefragt."

Die Wahl am 12. April gehe sie selbstbewusst an und lässt sich auch einen Seitenhieb auf die Amtsführung Dieter Buchwalds - Parteikollege hin oder her - nicht nehmen: "Ich sage mir, besser machen kann ich es auf jeden Fall. Ich habe die Erfahrung und weiß, wovon ich spreche."