Horst Scheibel hat sich als Einzelkandidat um die Nachfolge im Hötensleber Bürgermeisteramt beworben. Er wäre auch als CDU-Kandidat angetreten. Doch es kam anders.

Hötensleben l "Die CDU-Mitglieder haben sich eben anders positioniert, daher bin ich nun Einzelbewerber. Aber das war in Ordnung so und auch überhaupt kein Problem, die 33 Unterstützerunterschriften waren schnell beisammen", blickt Scheibel auf die Nominierung zurück. Parteigeplänkel sei ohnehin nicht sein Ding: "Das hat auf dem Dorf beziehungsweise auf kommunaler Ebene doch kaum Bedeutung."

Die persönliche Motivation, sich zur Wahl zu stellen, sei "das Interesse daran, Dinge in der Gemeinde noch selbst mitbestimmen zu dürfen". Der Gedanke, als möglicher Nachfolger für Dieter Buchwald anzutreten, sei auch "gereift, weil wir vieles angeschoben haben, das noch nicht fertig ist". Als Beispiele nennt Scheibel "die Ausprägung als Wirtschaftsstandort, insbesondere mit der Erweiterung des Armaturenwerks", die Bereitstellung von Bauplätzen und Lückenbebauung in allen Ortsteilen, die generationsübergreifenden und barrierefreien Wohnkonzepte "und natürlich auch unsere 1000-Jahr-Feier, die ich durchaus als Motivationsschub fürs Engagement im Sinne der Gemeinde betrachte."

Den jüngsten Beschluss zum Bau eines Mehrgenerationenhauses hat Scheibel mitgetragen. "Auch was die Kreditaufnahme anbelangt, denn das war eine Entscheidung, die bei einem jetzt attraktiven Zinsniveau auf 30 Jahre angelegt ist und sich auf die Bedürfnisse der Bevölkerung ausrichtet." An der Notwendigkeit solcher Investitionen führe "so oder so aber kein Weg vorbei", was er als Mieter einer kommunalen Wohnung mit Barriere aus eigener Erfahrung wisse. Eine Herausforderung sieht Scheibel in der strukturellen Beschaffenheit der Gemeinde: "Wir sind ja so nicht organisch gewachsen. Jeder Ortsteil hat eigene ortstypische Merkmale, die es zu vereinen gilt, ohne sie zu vereinheitlichen." Problematisch sei dabei unter anderem, dass nach wie vor unterschiedliche Rahmensatzungen bestehen: "Das muss beackert werden." Dass man "mit dem Willen zum Helfen und gebotener Vernunft" tatsächlich wirksame Ergebnisse erzielen kann, erlebe er "persönlich im Vereinsleben der örtlichen Sportvereine untereinander" und sei auch von den Feuerwehren schon "vorbildlich realisiert" worden. Man müsse "einfach nur schauen, was bringt uns voran und wo setzen wir Schwerpunkte".

Richtung Dieter Buchwald, der sich im Vorfeld für Scheibel stark gemacht hatte, meint der Kandidat: "Er hinterlässt zweifellos große Fußstapfen, aber ich denke, ich unterscheide mich in einigen Eigenschaften prinzipiell von ihm. Ich will für Bürgernähe und Akzeptanz anderer Meinungen einstehen."