Gleich mehrere Fragen und Probleme konnten während der Bauausschusssitzung des Stadtrates Gröningen nicht am gleichen Abend gelöst werden. Die Ausschussmitglieder werden stattdessen einen ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt samt ihrer Ortsteile unternehmen.

Gröningen l Bevor sich die Mitglieder des Ausschusses für Bauwesen und Stadtentwicklung mit dem Thema Ersatzpflanzungen und Gestaltung der Nebenanlagen im Prälatenberg beschäftigten, stand auch die energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung in der Westernstraße von Kloster Gröningen zur Debatte. In besagter Straße sollen weitere Flächen für Bauwillige geschaffen werden. In Vorbereitung der Erschließung plane die Avacon, das "Durcheinander" von Freileitungen zu entwirren und Erdkabel zu verlegen. Zumal die Leitungen über die künftigen Baugrundstücke gehen. "Unter diesen Voraussetzungen dürften die Grundstücke nicht bebaut werden", erklärte Gröningens Bürgermeister Ernst Brunner den Ausschussmitgliedern. Er bezeichnete es auch als Frevel, würde sich die Stadt nicht an die Maßnahme der Avacon dranhängen, erst recht da ohnehin geschachtet würde und so Kosten für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung und Umstellung auf moderne und energiesparende LED-Beleuchtung gespart werden könnten. Wann die Aktion starten solle, wurde im Bauausschuss noch nicht genannt. Fakt ist allerdings auch, dass die Maßnahme straßenausbaubeitragspflichtig ist.

Das Thema energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung sollte im Ausschuss noch eine weitere Rolle spielen. So wurden zwei Varianten vorgestellt. Einmal ging es um die komplette Erneuerung von Lampen oder um den Einbau sogenannter Nachrüstsätze. Ernst Brunner hat sich mit der Materie bereits beschäftigt und meint, dass für bereits vorhandene Leuchten diese Nachrüstsätze in Fragen kämen. Diese Variante wäre in jedem Fall kostengünstiger und bekam deshalb von den Ausschussmitgliedern die Zustimmung.

Im nächsten Tagesordnungspunkt beschäftigten sich die Männer mit der Gestaltung der Nebenanlagen des Prälatenberges. Der zweite Bauabschnitt bei der Sanierung dieser Straße habe inzwischen begonnen. Nun steht die Frage, wie die Randbereiche und der noch zu bauende Kreisel gestaltet werden können. Um sich ein genaues Bild zu machen, wurde vorgeschlagen, dass sich die Ausschussmitglieder zu einem Vororttermin zusammenfinden und dann in der Straße schauen, was wie gestaltet werden könnte. Dieser gemeinsame "Spaziergang" solle dann ausgedehnt werden, um Standorte für Bäume, die nachgepflanzt werden müssen, zu finden.

Zwischen 2013 und 2015 mussten in Gröningen 35 Bäume gefällt werden. Erst drei wurden bislang ersetzt, 32 Bäume müssen also als Ersatz noch gepflanzt werden. Möglicherweise kommen nach Sturmtief "Niklas", dem etliche Bäume zum Opfer fielen, weitere Ersatzmaßnahmen noch hinzu. Der Ausschuss für Bauwesen und Stadtentwicklung konnte sich während seiner jüngsten Sitzung allerdings nicht abschließend über künftige Standorte für die Nachpflanzungen einigen. Während des Rundganges auch durch die Ortsteile Krottorf, Kloster Gröningen, Dalldorf, Heynburg und Großalsleben sollen mögliche Standorte für Bäume gesucht werden. Die Männer sind sich einig darin, dass mit den Nachpflanzungen auch wieder eine größere Artenvielfalt geschaffen werden sollte. Bislang seien häufig Linden- und Ahornbäume gepflanzt worden. Das solle sich in Zukunft ändern. Auf einer ersten Liste mit möglichen Baumarten wurden Kastanien, Gingko, Eberesche, Nuss oder gar Platanen festgehalten.

Bis zum 1. Juni, dann tagt der Bauausschuss erneut, sollen Vorschläge für die Gestaltung des Prälatenberges, Standorte für Nachpflanzungen und Baumarten dem Ausschuss zur Beratung vorgelegt werden.