Seit bald 21 Jahren sitzt Manfred Jordan dem Eilsleber Gemeinderat vor, und er möchte weitere sieben dranhängen. Der Bürgermeister strebt seine vierte Amtsperiode an. An seinem 63. Geburtstag fällt die Entscheidung.

Eilsleben l Die Wiederwahl als Geburtstagszugabe? Manfred Jordan hätte nichts dagegen: "Wenn man antritt, will man natürlich auch gewinnen", sagt er und verhehlt auch eine innere Anspannung nicht: "Obwohl ich inzwischen ja recht wahlerfahren bin, spüre ich eine gewisse Aufregung. Aber ich denke, das ist normal, wenn man nicht allein zur Wahl steht."

Den Entschluss zur erneuten Kandidatur habe er "früh gefasst, denn es macht mir Spaß, die Zukunft der Gemeinde mitzugestalten." Überzeugt verweist Jordan zudem auf seine bisherigen Amtszeiten: "Wer mit offenen Augen durch Eilsleben geht, sieht doch, wie gut sich der Ort in den letzten 20 Jahren entwickelt hat." Man habe "vieles von dem realisiert, was wir uns vorgenommen haben", und führt den Kita-Neubau, den Erhalt der Verwaltung vor Ort und die Etablierung der freien Grundschule als Beispiel auf.

Dass der ohnehin stetig schrumpfende Handlungsspielraum der Gemeinde durch die Angliederung der umliegenden Ortsteile "noch mal eine ganz neue Herausforderung" darstellt, sei kein Geheimnis, "aber es bekommen alle was vom Kuchen ab", so Jordan. Jeder Ort habe "seinen eigenen Charakter, den er auch ausstrahlen muss, da nützt es nichts, etwas drüberzustülpen, sondern man muss schauen, wo die frühere Gemeinde selbst hinwollte." Dafür bedürfe es nach wie vor "noch vieler Gespräche, zumal es durch die Veränderungen im Gemeinderat schwieriger geworden ist, Dinge durchzusetzen." Jordans Ansicht nach "profitieren aber unterm Strich alle Ortsteile davon, dass sie nach Eilsleben gekommen sind."

Wichtige Projekte der nächsten Amtsperiode seien für ihn die Schaffung weiterer Baugrundstücke zur Ansiedlung von Familien, der Feuerwehr-Neubau in Eilsleben, "und gern würde ich auch unser Freibad aufpeppen". Fürs angedachte neue Gerätehaus soll die Gemeinde den Bauplatz kostenlos zur Verfügung stellen. Jordan selbst favorisiert dabei das zentrale Gelände unmittelbar neben beziehungsweise hinter dem jetzigen Standort, gegenüber vom Tischlereimuseum.

Zur geplanten Photovoltaikanlage auf dem Eilsleber Fuchsberg bezieht er klar Stellung: "Das bringt Einnahmen im fünfstelligen Bereich, auf dieses Geld ist die Gemeinde auch im Sinne der Vereinsunterstützung angewiesen, und die Eidechse dort kann trotzdem weiterleben, weil das Gelände ja nicht zubetoniert wird."

Das Verspekulieren der Gemeinde und ihrer Bürgerstiftung mit Genussrechten bei der inzwischen insolventen Prokon-Gruppe würde man mit einem blauen Auge überstehen: "Prokon ist den Verpflichtungen der Gemeinde gegenüber durchweg nachgekommen, die Steuern wurden die ganze Krise über weitergezahlt. Im Sommer wird das Insolvenzverfahren abgeschlossen, dann kann auch die Bürgerstiftung ihre Arbeit wieder aufnehmen, und wir werden schauen, wie und wo wir das Gemeindegeld dann anlegen."

Wahlforen mit beiden Eilsleber Kandidaten in: Wormsdorf (heute, 19 Uhr, DRK-Begegnungsstätte), Eilsleben (Donnerstag, 19 Uhr, Gemeindezentrum), Drackenstedt (Freitag, 17.30 Uhr, Kleine Schule) und Druxberge (Freitag, 19 Uhr Bürgerhaus)