Mit dem Beginn des Frühjahres will die Einheitsgemeinde Sülzetal auf allen acht Friedhöfen Nistkästen anbringen. Die kleinen Häuschen aus Holz und Dachpappe werden zurzeit beim Landschaftspflegeverband "Grüne Umwelt" Schwaneberg angefertigt.

Sülzetal l Als gelernter Maurer ist Sülzetal-Bürgermeister Jörg Methner (SPD) handwerklich begabt. Bei einem Besuch der Werkstatt des Landschaftspflegeverbandes "Grüne Umwelt" auf dem früheren Gutshof in Schwaneberg streift der Sozialdemokrat schnell sein Jackett ab, krempelt die Ärmel seines Oberhemdes hoch und greift zum Hammer. Mit geschickten Schlägen treibt Methner mit dem Hammer einen Nagel in das Holz. Aus den Einzelteilen entsteht nach und nach ein Nistkasten.

Der Nistkasten, den Jörg Methner unter fachlicher Aufsicht von Dietmar Ketzel, einem der beiden Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes "Grüne Umwelt", zimmert, ist einer von 30 Stück, die die Beschäftigten der Werkstatt im Auftrag der Einheitsgemeinde Sülzetal anfertigen. "Wenn die Nistkästen fertig sind, werden sie auf allen acht Friedhöfen der Gemeinde für die Vögel zum Brüten angebracht", kündigt Methner an. Für den Bürgermeister seien die Friedhöfe in den Dörfern neben Orten des Gedenken an die Verstorbenen auch Rückzugsgebiete für die Menschen. Wenn sie dann an diesen friedlichen Plätzen auch noch der Natur und der Tierwelt folgen könnten, sei das für Methner eine perfekte Kombination.

Auf die Idee, Nistkästen auf dem Friedhof anzubringen, sei Jörg Methner nach eigenem Bekunden bereits als früherer Ortsbürgermeister von Altenweddingen gekommen. Zusammen mit dem Altenweddinger Umweltschützer Bernd Jende sei die Idee entstanden, das Anbringen der Nistenkästen auf alle Friedhöfe der Einheitsgemeinde Sülzetal auszuweiten. Das nötige Geld in Höhe von 300 Euro habe Methner über eine Spende der Kreissparkasse Börde Oschersleben finanzieren können.

Wie Matthias Haase, neben Dietmar Ketzel der zweite Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes "Grüne Umwelt" in Schwaneberg, beim Besuch von Bürgermeister Jörg Methner berichtet, beschäftige der Verband gegenwärtig 26 Frauen und Männer. Sie würden über verschiedene Programme wie "Aktiv zur Rente", über den zweiten Arbeitsmarkt und als Teilbeschäftigte beim Landschaftspflegeverband in Lohn und Brot stehen.

Die Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbandes "Grüne Umwelt" haben bereits am "Eulenturm" in Schwaneberg Nisthilfe für Fledermäuse und Singvögel angebracht. Zudem organisiert der Verband mit Unterstützung mehrerer Kommunen im Umfeld des Europäischen Vogelschutzgebietes Hakel in den kommenden zwei Jahren ein Projekt zur Pflege und Entwicklung der Feldgehölze.

Im Juni 1993 wurde der Landschaftspflegeverband "Grüne Umwelt" gegründet. Damit übernehme der gemeinnützige Verein nach eigener Darstellung seit mehr als 20 Jahren in der Börde die Mittlerfunktion zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunalpolitik. In der Zeit der Gründung und Etablierung in die Strukturen der Region und des Landes Sachsen-Anhalts sei die Unterstützung durch das Förderwerk für Land- und Forstwirtschaft in der Gestalt des Regionalbüros in Altenweddingen in der Anfangsphase hilfreich gewesen.

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