Bei Gröninger Eltern hat sich Ärger breit gemacht: Der Fußweg zur Grundschule ist derart desolat, dass die Kinder kaum trockenen Fußes in der Schule ankamen.

Gröningen l Seit einigen Monaten besteht vor der Gröninger Grundschule Halteverbot. Viele Eltern nutzen daher den Parkplatz eines in der Nähe befindlichen Einkaufsmarktes. Sie stellen ihre Autos dort ab und begleiten ihre Kinder bis zur Fußgängerampel in der Goethepromenade. "Doch jetzt macht sich großer Ärger breit, Ärger über die desolaten Fußwege in der Straße", schreiben Jean-André Brüggemann, Elternrat der Klasse 2b und Mitglied im Elternkuratorium der Kita "Bodespatzen" sowie Jana Günther, Elternrat Klasse 3a. Die schlechten Fußwege seien nicht nur der tägliche Schulweg der Kinder, sondern auch der Weg zur Kindertagesstätte der Bodestadt. "Doch ab dem Parkplatz bietet sich Eltern wie Kindern ein derart desolater Weg, dass sie in den vergangenen Tagen mit viel Regen nicht wussten, wie sie sicheren und trockenen Fußes bis zur besagten Ampel kommen sollten", schreiben die besorgten Eltern an die Volksstimme. Die kleine Emily Pawlowski habe dies an einem Tag besonders zu spüren bekommen. Sie sei mit einer bis fast zu den Knien durchnässten Hose in den Unterricht gekommen.

Die Probleme mit dem Fußweg in der Goethepromenade seien in der Verwaltung schon länger bekannt, jetzt liege sogar ein Gefährdungspotenzial vor, sei "Gefahr in Verzug", meinen die Eltern. Erst recht, da der Weg entlang der vielbefahrenden Landesstraße 24 führt. "Mit einer Teilsanierung des benannten Stückes wäre vielen, vor allen Dingen den Kindern und Eltern, geholfen", so Jean-André Brüggemann und Jana Günther.

"Nach der letzten Bauausschusssitzung wurden wir auf das Problem aufmerksam gemacht", berichtet die Leiterin des Tiefbauamtes Katrin Otto, die sich gewünscht hätte, dass die Eltern direkt auf die Verwaltung zugegangen wären. "Wir können uns jetzt nur den Gehweg erst einmal angucken und schauen, was möglich ist. Fakt ist, eine Sanierung des Weges ist erst einmal in keiner Haushaltsplanung vorgesehen. Eine Reparatur könnte aus dem Reparaturfonds bezahlt werden", so die Tiefbauamtsleiterin. Eine grundhafte Sanierung des Weges sei erst für 2018 ins Visier genommen worden, denn dann sollte entlang des Fußweges die Straßenbeleuchtung erneuert werden.

Nachdem sich Katrin Otto allerdings gestern vor Ort umgeschaut hatte, rief sie noch einmal in der Volksstimme-Redaktion zurück. "Der Weg ist ja so desolat, da hilft nur noch ein grundhafter Ausbau und das darf aus dem Reparaturbudget nicht bezahlt werden. Bei einer geschätzten Länge von 240 Metern wird das richtig teuer und wäre für die Bürger straßenausbaubeitragspflichtig", erklärt sie. Auch Gröningens Bürgermeister Ernst Brunner hatte schon angemerkt, dass der Fußweg an die Landesstraße grenzt, so müsste das Land also mit ins Boot geholt werden.

Ernst Brunner war vor Ostern ebenfalls von den Eltern hinsichtlich des desolaten Fußweges angesprochen worden. Mal abgesehen davon, dass ihm sehr wohl klar ist, dass der Weg einer Sanierung bedürfe, habe er den Eltern allerdings auch klar gemacht, dass er nicht verstehe, warum sie ausgerechnet am Einkaufmarkt parken.

"Das Problem mit dem Fußweg, der schon länger so kaputt ist, ist doch erst zutage getreten, seid die Eltern nicht mehr unmittelbar vor der Grundschule halten und parken dürfen, um ihre Kinder dort abzusetzen. Aber ich habe den Eltern auch gesagt, dass sie doch ein Stück weiterfahren und ihre Jungen und Mädchen am Südgröninger Tor absetzen können. Dort ist die Straße so breit, dass gleich mehrere Autos halten und parken können, ohne sich zu behindern. Zudem wäre der Weg für die Kinder viel kürzer. Höchstens 50 Meter müssten sie auf dem Fußweg laufen und was noch wichtiger ist, sie brauchen die Straße nicht zu überqueren", meint der Bürgermeister.

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