Zur Person
Hendrikje Riechers-Knape ist 47 Jahre alt, verheiratet und Mutter einer Tochter. Die gelernte Wirtschaftskauffrau war knapp zehn Jahre in der Gemeindeverwaltung tätig, wechselte Ende der 90er ins Büro des Familienunternehmens (Autohaus). Seit 2002 ist sie parteilose Gemeinderätin in Marienborn/Sommersdorf, zudem Mitglied erster Stunde im Verbandsgemeinderat (SPD-Fraktion). Ein Hobby ist der Schützenverein, in dem sie als Kassenwartin dem Vorstand angehört.

Marienborn l Im zweiten Glied gehe viel an ihr vorbei, sagt Hendrikje Riechers-Knape. Zu viel für ihr Empfinden, als dass sie als stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Sommersdorf für sich und die Einwohner befriedigend wirken könnte. "Das war letztlich auch der Beweggrund meiner Kandidatur, ich wünsche mir mehr inhaltliche Einbindung." Hier und da eine Veranstaltung mit Begrüßungsworten zu begleiten, das sei ihr zu wenig. "Und es bringt uns in der kommunalen Arbeit, für die ich einstehen möchte, auch kein Stück voran."

Als Stellvertreterin für Amtsinhaber Peter Müller, der nun auch ihr Gegenkandidat ist, sei sie "zwar oft Anlaufpunkt bei Bürgerfragen und Anliegen, wenn der Bürgermeister verhindert ist, aber ich bin eben in viele Vorgänge kaum einbezogen, was dann natürlich schon problematisch ist und oft auch schnelle Problemlösungen verhindert." Letztlich könne ein Bürgermeister "nicht die Welt einreißen, doch gerade die Verbindung zwischen Einwohnern, Gemeinderat und Verwaltung könnte fließender sein" und sei ein Punkt, wo sie den Hebel ansetzen möchte: "Erreichbarkeit als Ansprechpartner ist ein wesentlicher Aspekt dieses Amtes. Und ich habe einige Jahre in der damaligen Gemeindeverwaltung gearbeitet und kann von daher auch auf Erfahrung in Verwaltungssachen zurückgreifen."

Als störend und nachteilig für alle drei Dörfer empfindet Riechers-Knape immer wieder mal aufwallende Animositäten, "die völlig aus der Luft gegriffen werden und auch heftig ins Persönliche gehen." Da würden dann "Behauptungen und Halbwissen verbreitet, und es kommen grundlos Ängste zustande, dass ein Ortsteil zu kurz kommt." Davon jedoch könne keine Rede sein - "weder in der Vergangenheit noch künftig, denn kein Bürgermeister kann allein Beschlüsse zugunsten oder zuungunsten eines Ortsteils fassen."

Dabei habe sie nach der Ortsfusion vor fünf Jahren "durchaus das Gefühl gehabt, dass alle, insbesondere auf Vereinsebene, gut aufeinander zugehen". Das sei "wieder etwas abgeebbt" und darum ein weiterer Ansatzpunkt: "Wir haben ein hervorragendes Vereinsleben, und es zeigt sich ständig, wie unabdingbar das für die Gemeinde ist. Jetzt sollten wir noch mehr miteinander arbeiten, dafür reichen schon kleine Dinge wie gegenseitige Einladungen zu Veranstaltungen, wobei ein Bürgermeister vermitteln und hinweisen kann."

Schwierig dagegen sei die Aufrechterhaltung der kommunalen Handlungsfähigkeit: "Die Kosten drücken, aber bisher haben wir sie noch nie konkret aufgedeckt und auf Einsparmöglichkeiten untersucht. Das ist für mich der wichtigere Schritt anstatt blühende Wälder zu versprechen." Investitionen seien, wenn überhaupt, nur "Stück für Stück im kleinen Rahmen" möglich. "Deswegen möchte ich mich mit Wünschen und Visionen auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, da auch Förderungen immer mit Eigenmitteln verbunden sind, über deren Verwendung der Rat entscheidet."