"Manege frei" heißt es heute und morgen jeweils um 17 Uhr auf dem Gelände der Grundschule Altenweddingen. Denn dort gastiert zur Zeit der "Projektcircus Smiley". Akteure sind dabei die Schulkinder.

Altenweddingen l Bereits seit zwei Jahren trugen sich die Schulverantwortlichen mit dem Gedanken, ein Projekt dieser Art umzusetzen. "Wir haben uns den Zirkus angesehen und es hat uns überzeugt, dass er der richtige ist, wir haben ihn sofort gebucht", sagt Bernd Obermeier, Schatzmeister des Fördervereins der Grundschule Altenweddingen, der einen Teil der Kosten des Gesamtvorhabens finanzierte, da die Schule nicht das Geld dafür hatte.

Seit Montag dieser Woche übten die Schüler und die älteren Kinder der benachbarten Kita in täglichen Trainingseinheiten ihren Auftritt als Akrobaten, Jongleure, Gewichtheber, Clowns, Cowgirls und Cowboys sowie den Dressurakt mit Ziegen und eine Feuershow. Dabei wurden die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt, während eine trainierte, wurde die andere nach Lehrplan unterrichtet.

Schulleiterin Ute Ellert ist von ihren Schützlingen begeistert: "Das ganze Zirkusprogramm wird nur durch die Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren gestaltet. Immerhin dauert es zwei Stunden, das ist schon eine Leistung, denn man muss auch warten bis man dran ist, bei der Aufregung und dem Lampenfieber." Neben dem Spaß der Kinder, einmal in der Manege eines richtigen Zirkus aufzutreten, stehen für die Schule vor allem die Förderung und Forderung der psychischen, sozialen und motorischen Fähigkeiten jedes einzelnen Kindes im Vordergrund. "Das Selbstwertgefühl der Kinder steigt. Beweggrund des Projektes ist auch, den sozialen Zusammenhalt zu festigen. Uns geht es nicht darum, nur stur das Einmaleins zu pauken, sondern dass die Kinder lebensfähig werden", meint die Schulleiterin.

Auch die Lehrplanthematik war in dieser Woche ausgerichtet auf den Zirkus. So erfuhren die Kinder zum Beispiel neues physikalisches Wissen. Warum durchbohren die Nägel nicht den Körper von Fakiren? "Menge mal Fläche. Aufgrund der Vielzahl der Nägel und der Größe der Fläche ist die Dichte so hoch, dass das Gewicht des Körpers so verteilt wird, dass keine Verletzungen entstehen können", erklärt Zirkusdirektorin Simona Woitschack. Sie selbst wurde im Zirkus geboren und stand als Kind in der Manege, die nach ihrer Ansicht sowieso jungen Leuten gehören sollte.

"Kinder sind sehr neugierig und aufgeschlossen neuen Dingen gegenüber, es macht Spaß ihnen die Freude und die Magie des Zirkus zu vermitteln", weiß Woitschack. Die Schüler lernen in einer Woche zwar nicht, wie man ein professioneller Artist wird, entwickeln aber schon wesentlich mehr Selbstvertrauen und ein "Wir"-Gefühl.

"Die Kinder nehmen alles wie ein Schwamm auf. Sie sind wie kleine Blumen. Gießt man ein bisschen Wasser drauf, fangen sie an in der Manege zu blühen", lautet die Erfahrung der Zirkusdirektorin.

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