Vier Monate nach Bauende ist die durchsanierte Bahnhofstraße in Eilsleben am Freitag offiziell übergeben worden. Anwohner äußerten vereinzelt Kritik über das Ergebnis, aber die Freude über die neue Straße überwog.

Eilsleben l Eine letzte kleine Irritation war vor der Einweihungszeremonie noch zu überwinden. Während sich ein Teil der Anlieger und Gäste oben an der Ecke Poststraße versammelte, postierten sich die Gemeindevertreter am anderen Ende der gepflasterten Straße. Da hier auch schon die Grillwürstchen brutzelten und die Freigetränke parat standen, wurde der obligatorische Scherenschnitt letztlich unten an der Bahnbrücke getätigt. Anwohnerin Anni Berge (84) riss den symbolischen Eröffnungsakt kurzerhand an sich. Sie habe lange genug darauf gewartet und sei hier die Älteste, ließ sie ihren leicht verdutzten Bürgermeister wissen.

Manfred Jordan räumte ein, dass er "letztes Jahr etwas optimistischer war", was die Bauzeit angeht. Er hatte mit der Fertigstellung schon Anfang November geliebäugelt. "Aber wie das bei größeren Bauprojekten eben so ist, es verzögert sich dann doch aus verschiedenen Gründen mal, und es gab auch kaum Beschwerden." Ende Januar war dann der letzte Stein gesetzt. "Ich denke, es ist schön geworden", stellte Jordan fest, "und wir konnten durch die Verlegung des Gehwegs auf die Wohnseite auch die Bäume erhalten."

Die Meinungen zur Fußwegkonzeption gehen aber durchaus auseinander. Ungünstig zum Beispiel sei, dass der Bürgersteig oberhalb der Poststraße, am Garagenkomplex, direkt durch den Schwingbereich der Garagentüren führe. "Da muss man gewaltig aufpassen, damit man nicht plötzlich eine Tür ins Gesicht bekommt", merkte eine Anwohnerin an. Harald Hillmann vom Bauamt Obere Aller erklärte, dass man bei Konzept und Ausschreibung "viele verschiedene und manchmal schwierige Faktoren berücksichtigen" musste. "Vor dem Hintergrund ist es doch insgesamt eine vernünftige Sache geworden."

Allgemeinen Zuspruch fand der Vorschlag, in der Bahnhofstraße ein 30-km/h-Tempolimit zu etablieren. Bürgermeister Jordan kündigte zudem an, die Straßenschilder dahingehend zu modifizieren, dass darauf Hinweise auf die Hausnummern zu finden sind, da die Nummerierung in der Bahnhofstraße keiner strikten Reihenfolge unterliegt, für Ortsunkundige mitunter verwirrend ist.

Der an der Baumaßnahme beteiligte Trink- und Abwaserverband Börde (TAV) ließ bei der Übergabe wissen, dass mit der Bahnhof- und Poststraße die letzten beiden Maschen im Eilsleber Schmutzwassernetz geknüpft worden sind. Der Ort sei nun komplett angeschlossen. Zusammen mit dem im Dezember 2013 fertiggestellten Bauabschnitt Bauerweiden war das die letzte TAV-Maßnahme in diesem Bereich.

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