Um den Heimatverein Schwaneberg war es in den vergangenen eineinhalb Jahren ziemlich ruhig geworden. Jetzt wagt der Verein mit der Neuwahl des Vorstandes einen Neuanfang.

Schwaneberg l Eine kleine Gruppe von Schwanebergern hatte sich am Freitagabend in der Heimatstube des Sackgassendorfes zur Versammlung des Heimatvereins getroffen. Auf der Tagesordnung stand die Neuwahl des Vorstandes.

"Eigentlich hätte diese Neuwahl des Vorstandes bereits nach fünf Jahren Amtszeit des alten im vergangenen Jahr stattfinden müssen", sagt der bisherige Heimatvereinsvorsitzende Rudolf Wenzel. Doch sei diese Neuwahl durch lange Krankheiten von Führungskräften nicht erfolgt. Auch habe es in den vergangenen eineinhalb Jahren wenig Aktivitäten des Vereins gegeben.

Einen Neuanfang in der Arbeit startete der Heimatverein nunmehr mit der Neuwahl des Vorstandes. Die bei der Wahlversammlung anwesenden Mitglieder wählten wiederum Rudolf Wenzel für die Dauer von fünf Jahren als Vorsitzenden an die Spitze des Heimatvereins Schwaneberg. Ihm zur Seite stehen als Stellvertreter Ortsbürgermeister Axel Spengler (FDP) und Elke Tischer, die für die Finanzen verantwortlich zeichnet. Den Vorstand ergänzt Kassenprüferin Ursula Koch.

"Wir waren vor Jahren der erste Heimatverein in der Gemeinde und hatten die erste Heimatstube aufgebaut", sagte der alte und neue Vorsitzende Rudolf Wenzel. An diese Erfolge wolle der Verein wieder anknüpfen und die Gemeinschaft der Schwaneberger mit kulturellen Veranstaltungen und Festen beleben und festigen. Dabei habe der Verein mit einem enormen Mitgliederschwund zu kämpfen. Von den ehemals 30 Frauen und Männern, die in den Reihen des Heimatvereins organisiert waren, sei die neue Spitze froh, wenn davon jetzt noch die Hälfte übrig bliebe. Nach den Worten von Wenzel stünden zunächst das Organisieren des Maifeuers, des Parkfestes, des Erntedankfestes sowie das Ordnen der Ausstellungsexponate des Heimatmuseums ganz oben auf dem Arbeitsplan.

"Wir dürfen es nicht zulassen, dass dieser Besitz in Hände geht, die außerhalb der Gemeinde sitzen"

Axel Spengler, Ortsbürgermeister von Schwaneberg

Zudem erinnerte Rudolf Wenzel daran, dass die damals noch selbstständige Gemeinde Schwaneberg für 80000 D-Mark den gesamten Gebäudekomplex, in dem sich unter anderem die Heimatstube und das Heimatmuseum befinden, sowie den Park gekauft habe. Mit Unterstützung örtlicher Unternehmen, durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und durch Mittel aus der Dorferneuerung sei es 2001 gelungen, den Vier-Seiten-Hof zum Mittelpunkt von Schwaneberg zu entwickeln. Mittlerweile sei die Einheitsgemeinde Sülzetal Eigentümerin und plane, gemeindeeigene Immobilien zu verkaufen, um die Kassenlage zu verbessern und um Kosten zu senken.

"Wir dürfen es nicht zulassen, dass dieser Besitz in Hände geht, die außerhalb der Gemeinde sitzen", verdeutliche Vereinsvize und Ortsbürgermeister Axel Spengler. Deshalb gebe es in Schwaneberg erste Bemühungen, ortsansässige Unternehmer zu finden, die den Rückkauf der für das Dorf so wichtigen Immobilien von der Gemeinde finanzieren würden. Zuvor solle durch einen Fachmann ein Ertragsgutachten erstellt werden, um den Wert zu ermitteln. Mieteinnahmen aus Wohnungen, die sich in dem Gebäudekomplex befinden, könnten zum Unterhalt des Ganzen dienen. "Auch um dieses Vorhaben zum Erfolg zu führen, brauchen wir einen aktiven Heimatverein. Wir müssen darum kämpfen", sagte Rudolf Wenzel.

Ebenso müsse sich der Heimatverein um den Erhalt der früheren katholischen Kirche in Schwaneberg kümmern, die der Verein vor drei Jahren gekauft habe. Wie Wenzel sagte, müssen das Dach und die bleiverglasten Fenster repariert werden. Die Fenster waren im Februar dieses Jahres von Unbekannten eingeschlagen worden. Zwar habe die Polizei die Täter mittlerweile ermittelt, doch gebe es mit der Regulierung des Schadens durch die Haftpflichtversicherung noch Probleme. Um die 1 000 Euro seien erforderlich, um die kaputten Fenster instandzusetzen. Die Kirche wolle der Verein nutzen, um durch Konzerte und ähnliche Veranstaltungen das kulturelle Angebot in Schwaneberg zu bereichern, kündigte Wenzel an. Bereits in dem früheren Gotteshaus durchgeführte Konzerte, die ein großer Erfolg gewesen seien, würden den Heimatverein in seinem Plan bestärken.

Wie bei der Sitzung des Heimatvereins durch Axel Spengler weiter informiert wurde, habe die örtliche Feuerwehr beschlossen, den aktiven Einsatzdienst aufzugeben und eine Traditionsfeuerwehr zu gründen. "Die Kameraden waren aufgefordert worden, dass sie ihren Dienst zukünftig entweder bei der Feuerwehr Langenweddingen oder bei der Feuerwehr Altenweddingen machen sollten. Das wollten sie nicht, was ich auch nachvollziehen kann", sagte der Ortsbürgermeister. Um die über Jahre gewachsene Gemeinschaft aufrechtzuerhalten, werden die 20 Kameraden eine Traditionsfeuerwehr gründen. Dabei wolle sie der Heimatverein unterstützen. Der Verein wolle sein Technikmuseum aufgeben und diesen Bereich des Vier-Seiten-Hofs für ein Feuerwehrmuseum und einen Veranstaltungsraum für die Kameraden der Traditionsfeuerwehr zur Verfügung stellen.