Zahlreiche Besucher strömten am vergangenen Wochenende in das regionale Eisenbahnmuseum "Feldmann" am Bahnhof Hadmersleben. An beiden Öffnungstagen gab es für die Besucher viel zu sehen, zu bestaunen und zu lesen.

Von Yvonne Heyer

KleinOschersleben l Vor allem die Sonderausstellung zum Thema Bode stand im Fokus der Ausstellungsbesucher. Mit Hilfe von zahlreichen Informationen und Fotos, die die Bürger aus den umliegenden Orten beigesteuert hatten, konnte eine wissenswerte Ausstellung gestaltet werden. "Wir werden die Schau auch noch eine Weile hängen lassen und den `Feldmann` dafür möglicherweise zusätzlich an einem Freitagabend öffnen", meinte Marion Römmer von den Eisenbahnfreunden Hadmersleben. Sie hat wesentlichen Anteil an der Zusammenstellung der Schau.

Etliche Besucher des "Feldmanns" nutzten auch die Möglichkeit einer Fotoschau. In der unteren Etage des Museums saßen Männer und Frauen vor dem Bildschirm und verfolgten hier vor allem die zahlreichen Bilder zu den Hochwassern, die in der Vergangenheit die Menschen entlang der Bode immer wieder beschäftigten.

In der unteren Etage war Günther Becker während der Öffnungstage ein gefragter Mann. Er hatte seine Modellbahn der Marke Märklin ausgestellt und damit einen echten "Oldtimer". Verwandte des Klein Oscherslebers hatten die Anlage der E-Serie Spur 0 im Jahr 1928 gekauft. Sie überlebten den Krieg nicht und so bekam Günther Becker als Nachfahre den Zug samt Schienen 1947 geschenkt. Damals war er acht Jahre alt. Die Modellbahn wurde im Hause Becker gut gehütet, später an Sohn Olaf weitergereicht. Einiges war in der Zwischenzeit kaputt gegangen. Sprichwörtlich in letzter Minute hatte Günther Becker am vergangenen Freitag noch letzte Ersatzteile geschickt bekommen und machte damit die Modellbahn bis zur Öffnung des "Feldmanns" wieder flott.

Staunend blieben viele Besucher an der Anlage stehen. Als die ausgestellte Märklin-Anlage zwischen 1920 und 1931 produziert wurde, war sie sicher für damalige Zeiten hochmodern und ein großer technischer Fortschritt. Und dennoch kein Vergleich mit heutigen Modellbahnanlagen.

Das wurde am vergangenen Wochenende im "Feldmann" mit Blick auf die zahlreichen Fachsimpeleien zwischen Eisenbahnfreunden und Besuchern besonders deutlich. Gestandene Modellbahn-Bauer wie Heinz Kleinod aus Holzminden, Mitbegründer der Hadmersleber Eisenbahnfreunde und langjähriger 2. Vorsitzender, tüftelte mit Michael Reschke aus Oschersleben über Schaltpläne zur Digitalisierung einer Modellbahnanlage. Auch der 75-jährige Modellbahn- und Eisenbahnfan Manfred Petsch aus Hadmersleben staunte immer wieder, was moderne Technik heute möglich macht. So präsentiert er ein Miniatur-Feuerwehrauto aus einem Überraschungsei. "Die Jungs haben darin sechs Kabel verschwinden lassen. Nun hat das Auto Vorder- und Rückleuchten, kann blinken und hat ein Martinshorn", ist er beeindruckt.

Aus den geborgenen "Schätzen" der Überraschungseier entstand übrigens eine komplette Modellbahnanlage und der "Airport Klein Oschersleben". Zur Modellbahnanlage kann Manfred Petsch noch eine besondere Geschichte erzählen: "Die Bahn fand in einem Koffer Platz. Mit diesem Koffer zog mein Vater in den Krieg, flog ich nach Leningrad zum Studium und jetzt fährt darin eine Eisenbahn", berichtet der Hadmersleber.

Auch etliche jüngere Eisenbahnfreunde haben inzwischen ihren festen Platz im Verein gefunden und nicht ohne Stolz präsentierten Paul Binder und Leon Pinkert ihr Können an den Anlagen.

Das Besondere eines "Feldmann"-Besuches macht sicher auch die Tatsache aus, dass die Eisenbahnfreunde die Öffnungstage oder Fahrtage, wie sie es nennen, nutzen, um ihre kleinen Anlagen zu komplettieren oder an der großen "Lehmann-Gartenbahn" gebastelt und geschraubt wird. Dabei schauen ihnen die Besucher gern über die Schulter und nehmen so manchen Tipp für das Basteln an den heimischen Anlagen mit.