Landkreis Börde l Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt hat sich auch im April weiter fortgesetzt. So waren im Landkreis Börde im vergangenen Monat 7437 Menschen ohne feste Arbeit. Die Arbeitslosenquote lag mit 7,6 Prozent deutlich unter der April-Quote des vergangenen Jahres. Da waren es noch 8,3 Prozent. Auch im Vergleich zum März 2015 ist die Quote gesunken. Vor einem Monat lag sie noch bei 8 Prozent. "Konjunkturelle und saisonale Einflüsse sind spürbar und tragen den positiven Trend", stellte der Chef der Magdeburger Arbeitsagentur, Matthias Kaschte, fest.

Allerdings warnt Kaschte auch davor, den positiven Trend falsch zu deuten. "Die sinkende Arbeitslosigkeit darf aber nicht über strukturelle Probleme des Arbeitsmarktes hinwegtäuschen. Nicht alle Personengruppen profitieren von der Entwicklung", so Kaschte. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen läge nach wie vor mit etwa 36 Prozent an allen Arbeitslosen hoch. Deshalb seien nachhaltige Integrationsstrategien für Langzeitarbeitslose besonders wichtig.

Hilfreich sei auch ein sozialer Arbeitsmarkt mit öffentlich geförderter Beschäftigung. Hier müsse man die Überlegungen der Landesregierung abwarten. "Wir dürfen nicht zulassen, dass benachteiligte Menschen trotz der besseren Arbeitsmarktentwicklung abgehängt bleiben", so Kaschte weiter.

In den einzelnen Geschäftsstellen innerhalb des Landkreises ist der Unterschied nach wie vor sehr groß. Wolmirstedt und Haldensleben können mit jeweils 6,4 Prozent wieder die niedrigsten Arbeitslosenquoten innerhalb des gesamten Agenturbereiches - zu dem neben der Börde und Magdeburg auch das Jerichower Land gehört - vorweisen. Wanzleben liegt mit 7,5 Prozent im Mittelfeld, Oschersleben hat hingegen ein weiteres Mal die rote Laterne.

Nirgendwo im Agenturbereich war die Arbeitslosenquote im Monat April so hoch wie in der Region Oschersleben: 11,5 Prozent.