Der Fliegerclub Oschersleben hat am Wochenende die neue Saison begonnen. An den ersten Flugtagen waren die Bedingungen gut und es sind auch schon die ersten Passagiere mitgeflogen. Höhepunkt wird in diesem Jahr ein Fliegerlager, das im Juli stattfindet.

Oschersleben l "Da muss ich doch gleich mal anrufen", sagt sich Jan Leistner, als er am Vormittag von Emmeringen aus ein Segelflugzeug hoch am Himmel über Oschersleber kreisen sieht. Und Leistner hat Erfolg. Nicht nur, dass beim Oschersleber Fliegerclub auch gleich zu Saisonbeginn Fluggäste sehr willkommen sind, ist sogar Pilot Marco Ladwig vor Ort, den er sehr gut kennt und dem er sich problemlos anvertraut.

Es vergeht keine halbe Stunde und Jan Leistner sitzt mit einem Fallschirm auf dem Rücken im Cockpit. Ganz ruhig auf dem hinteren Sitz. Für den Platz vorn präpariert sich noch Marco Ladwig. Vereinskollegin Franziska Schäfer hilft ihm, den Rettungsschirm festzuzurren und alles ist startklar. Das Seil der Schleppwinde eingehakt und schon geht es vorwärts. Wenige Sekunden später hebt der Segelflieger ab.

"Ein gelungener Start", bestätigt Heinz-Joachim Ladwig, der nicht nur der Vater des Piloten, sondern auch Vorsitzender des Oschersleber Fliegerclubs ist. Und in dieser Funktion konnte er nach all den vielen Vorbereitungsarbeiten die neue Flugsaison schon gar nicht mehr abwarten und ist nun sehr zufrieden: "Wir haben gleich zu Beginn sehr gute Flugbedingungen."

So dass sich Marco Ladwig und Jan Leistner aufgrund der sehr guten Thermik jetzt so etwa 1300, vielleicht sogar 1400 Meter über der Erde befinden und sich Oschersleben von oben anschauen. Die gute Sicht lässt Leistner auch seinen Wohnort Emmeringen ganz gut erkennen.

Auf solche guten Bedingungen hofft Heinz-Joachim Ladwig gemeinsam mit seinen mehr als 40 Vereinsmitgliedern die ganze Flugsaison, die bis Ende Oktober dauern wird und in der die Oschersleber Segelflieger Wochenende für Wochenende auf dem Flugplatz sein werden. Zumindest dann, wenn das Wetter einen Ausflug in den Himmel zulässt. Und dann sind auch immer Fluggäste sehr gern gesehen.

Vor allem aber werden diese Flugtage für Ausbildungsflüge oder auch für Streckenflüge der gestandenen Piloten genutzt. Solche Streckenflüge wird bespielsweise Ralf Starke in der neuen Saison wieder etliche absolvieren, der den Platzrekord hält und sich sehr gern an seinen Mega-Flug aus dem Jahr 2003 erinnert. An diesem Tag war die Thermik zwischen Oschersleben und Wanzleben so genial, dass Ralf Starke 6 Stunden und 37 Minuten nonstop hin und her geflogen ist. "Auch wenn mir schon einiges weh getan hatte, wäre ich auch noch ein oder zwei weitere Stunden oben geblieben, wenn es die Thermik zugelassen hätte", sagt Starke, der an diesem ersten Flugtag der 2015er Saison für die Flugplatzsicherheit zuständig ist.

Und somit auch die Rückkehr von Pilot Marco Ladwig mit dessen Passagier Jan Leistner ganz genau beobachtet und dabei eine 1-A-Landung sieht. Nach der Leistner nun gar nichts zu bereuen hat, sich so kurzfristig für einem Mitflug entschieden zu haben.

Solche guten Starts und 1-A-Landungen gibt es am ersten Flugwochenende der neuen Saison noch viele, in der auch wieder einige besondere Flugtage im Vereinskalender stehen. So sind beispielsweise in der Pilotenausbildung Trainingstage mit einem Schleppflieger, also mit einem Motorflugzeug geplant, das anstatt der Winde die Segler in die Lüfte zieht.

Und vor allem ist in diesem Jahr abermals ein Fliegerlager geplant, das vom 11. bis 19. Juli auf dem Oschersleber Flugplatz stattfinden wird. "Dazu erwarten wir wieder einige prominente Gäste, geben aber auch jedem anderen die Möglichkeit, mit uns zu fliegen", sagt Heinz-Joachim Ladwig, der im selben Atemzug für Nachwuchs wirbt: "Wer sich vorstellen kann, selbst eine Flugausbildung zu absolvieren und Segelflieger zu werden, der ist bei uns sehr gern gesehen."

Der Fliegerclub Oschersleben hat seinen Sitz in der Hornhäuser Straße 46d und ist telefonisch unter 03949/3024 zu erreichen.

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