Wenn es darum geht, Kameraden zu ehren, steht Feuerwehrverbandschef Ulf Nohr stets in vorderster Front. Derartige Ehrungen sind für ihn Herzenssache. Dass er nun selbst die höchste Feuerwehr-Auszeichnung entgegennehmen konnte, freut ihn, aber daraus soll kein zu großes Aufsehen gemacht werden.

Oschersleben l Um Ulf Nohr zu ehren, musste der noch amtierende Landeschef des Feuerwehrverbandes Sachsen-Anhalts, Lothar Lindecke, drei Anläufe nehmen. Eigentlich sollte Ulf Nohr am 9. April zu einer Auszeichnungsveranstaltung nach Fulda reisen. Doch aus gesundheitlichen Gründen war dies nicht möglich.

Ein zweiter Versuch, dem Chef des Feuerwehrverbandes Börde die hohe Auszeichnung an die Uniform zu heften, schlug auch am 25. April während der Delegiertenversammlung des Landesfeuerwehrverbandes in Heyrothsberge fehl. Ulf Nohr musste sich ein neues Kniegelenk verpassen lassen. Am Donnerstagnachmittag hat es nun endlich geklappt: Klammheimlich hatten Lothar Lindecke, Harald Hinz, Ordnungsamtleiter Gerd Ludwig, Oscherslebens Feuerwehrchef Carsten Loof und Stadtwehrleiter Sven Könnecke die Auszeichnungsveranstaltung im kleinen Rahmen organisiert. Sichtlich bewegt nahm Ulf Nohr die höchste Auszeichnung, die der Deutsche Feuerwehrverband vergibt - das Goldene Ehrenkreuz - entgegen.

Im Verbandsgebiet des Feuerwehrverbandes Börde tragen mit Gerd Burgdorf, Lothar Lindecke und nun Ulf Nohr nur drei Kameraden dieses Ehrenzeichen.

Viele Jahre kennt Lothar Lindecke Ulf Nohr und deshalb war es wichtig, dass er in seinen letzten Tagen als Landeschef des Feuerwehrverbandes seinen Kameraden noch persönlich ehren kann. Bekanntlich wurde vor kurzem Kai-Uwe Lohse zum neuen Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbandes gewählt.

"Ulf Nohr hat diese hohe Auszeichnung längst verdient. Er ist ja eher jemand, der stets an vorderster Front steht, wenn es darum geht, andere Kameraden zu ehren. Selber möchte er aber nicht geehrt werden", meinte Lothar Lindecke. Als es darum ging, Namen für die Auszeichnungsveranstaltung des Deutschen Feeurwehrverbandes in Fulda zu nennen, hätte niemand lange überlegt und der Name des Oscherslebers sei schnell gefallen. "Doch die Mannschaft macht es aus, nicht eine Person alleine", kommentiert Ulf Nohr seine hohe Ehrung.

Seit 43 Jahren spielt das Thema Feuerwehr im Leben des 57-Jährigen eine entscheidende Rolle. Maßgeblichen Anteil hat er am Aufbau des Feuerwehrverbandes Börde, dessen Vorsitzender er seit vielen Jahren ist. Der Verband kann übrigens im September sein 25-jähriges Bestehen feiern. Zahlreiche Jahre war der Oschersleber, der auch für die Partei Die Linke im Stadtrat sitzt, der erste Kreisjugendfeuerwehrwart.