Auf dem Gelände der einstigen Gießerei Panne Barthels herrschte am Sonnabend reges Treiben. Hunderte Besucher strömten zum 1. Oschersleber Handwerkermarkt.

Oschersleben l Umlagert war beispielsweise der Stand des Holzgestalters Bastian Elzner. Der Kunsthandwerker war aus dem Huy angereist und präsentierte seine Skulpturen dem interessierten Marktbesuchern. Für Ausehen erregte jedoch seine Geschicklichkeit mit der Kettensäge, die das Publikum gespannt verfolgte. In wenigen Minuten verwandelte er einen Holzstamm in ein großes Eichhörnchen.

Nebenan präsentierte Virginia Heyd ihre Imkerei aus Hordorf. Nicht nur Honig gab es hier zu kaufen, sondern sämtliche Produkte um den süßen Blütensaft und rund um Bienen. Sogar die Unterkunft der fleißigen Insekten, einen kleinen Bienenstock, hatte die Imkerin mitgebracht, der vor allem bei den jungen Marktbesuchern auf großes Interesse stieß.

"Das traditionelle Handwerk, wie es viele aus Büchern und Filmen kenn, stirbt immer mehr aus. Dagegen wollen wir etwas tun und kamen auf die Idee, Handwerker aus der Region zu präsentieren", erklärte der Mitinitiator des 1. Oschersleber Handwerkermarktes, Holger Bindler. Obwohl er gerade an einem riesigen Steinofen voll von deftigem Eintopf rührt, ist er gelernter Zimmerer und betreibt mit seinem Geschäftspartner Dirk Bethge einen Holzbaubetrieb auf dem Gelände von Panne Barthels. "Wir haben hier die Möglichkeiten und den Platz, damit uns die Besucher einmal über die Schultern schauen können", erklärt Bindler weiter.

So etwas gebe es bisher in Oschersleben noch nicht, einmal abgesehen vom "Tag der Regionen". Um sich von diesem großen Fest abzusetzen, haben die beiden Holzhandwerker sogar die Stände selbst gebaut. So schwebte ein wenig Mittelalterflair über dem kleinen Marktplatz im Neuen Weg an der Fabrikstraße.

Insgesamt 14 Stände luden nicht nur zum Schmökern ein, sondern auch zum Unterhalten. So zeigte beispielsweise Michael Metthes, was es heißt, mit der Hand Bürsten und Besen herzustellen. "Ich bin der einzige traditionelle Bürstenmacher weit und breit", versichert der Bernburger. Nur ganz wenige seiner Kollegen könnten so mit Holz arbeiten oder das Haar und die Borsten zurichten, wie er es noch gelernt hat. Auch den sogenannten Stirneinzug haben nur ganz wenige seiner Zunft auf dem Kasten, "nur noch zwei weitere aus dem Schwarzwald. Aber alles in allem bin ich der Einzige, der in dem alten Handwerk noch arbeitet", betont Matthes.

Profis für den Gaumen waren ebenfalls auf dem Handwerkermarkt präsent, so auch eine Privatbrauerei aus Wackersleben. Außerdem gab es Keramik zu bewundern und Textilkunst. Zudem gab es eine Lederwaren-Vorführung und eine Einführung in das Filzerhandwerk vor allem für Kinder. Für Live-Musik auf der Bühne sorgte Manne Becker mit seiner Mundharmonika und der Gitarre.

Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden und planen zweiten Markt", sagte Holger Binder. Er und seine Geschäftspartner Dirk Bethge dankten sowohl den Händlern für ihren Einsatz als auch den zahlreichen interessierten Gästen für ihr Kommen.

   

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