Der Sülzesteg in Sülldorf soll wieder aufgebaut werden. Dessen Abriss war auf Grund zunehmender Unfallgefahr im vergangenen Jahr beschlossen worden, im November erfolgte der Rückbau. Mit dieser Maßnahme verlor die Ortschaft ihren letzten befestigten und beleuchteten Weg über die Sülze in der Nord-Süd-Achse.

Sülldorf l Mit der Errichtung eines Steges in der Ortsmitte könne die Sülze von Fußgängern wieder gefahrlos überquert werden, zudem bliebe das Ortsbild erhalten, erklärt Sascha Ritter, parteiloser Sülldorfer Ortsbürgermeister, die Motivation des Dorfes.

Auf einer gut besuchten Informationsveranstaltung sind Pläne zur Errichtung eines neuen Sülzesteges und den zu erwartenden Kosten vorgestellt worden. Aus der aktuellen Planung ergeben sich Gesamtbaukosten in Höhe von rund 12 500 Euro für einen Sülzesteg in Metallbauweise, beplankt mit Holzbohlen. Darin finden Ergebnisse aus einem Beratungsgespräch vor Ort mit Vertretern der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Berücksichtigung, die in eine "einfache" Bauweise in Anlehnung des alten Steges münden.

Vereinfachungen gibt es im Bereich der Fundamentkörper. Diese sollen jetzt aus Betonfertigteilen bestehen. Aufwändige Arbeiten der Fundamentgründung aus erster Planungsphase entfallen dadurch. Wenn auch nur gering, könnten die Baukosten durch einen kleinen Teil an Eigenleistungen entlastet werden. Daher werden für das Projekt noch freiwillige Helfer gesucht.

In drei Schritten soll der Wiederaufbau des Steges auf den Weg gebracht werden. Nach Erstellung der Planungsunterlagen im ersten Quartal, folgen im zweiten und dritten Quartal das Einwerben von Spenden, das bau- und wasserrechtliche Genehmigungsverfahren sowie die Ausschreibung der Bauleistungen. Sind diese Maßnahmen abgeschlossen, soll die Fußgängerbrücke errichtet werden.

Alter Steg über Sülze prägte das Ortsbild

Der alte Steg hat es auf weit mehr als 100 Jahre gebracht. Er gehört somit zum erhaltungswürdigen historischen Ortsbild. Deshalb hat sich der Kultur- und Heimatverein Sülldorf den Wiederaufbau des abgerissenen Sülzesteges zur Aufgabe gestellt. Hintergrund der Initiative des Heimatvereins ist eine angespannte Haushaltslage der Gemeinde Sülzetal, die nach erfolgtem Abriss der alten baufälligen Brücke im November 2014, eine Finanzierung eines neuen Brückenkörpers mittelfristig nicht umzusetzen vermag. Beziehungsweise eine ordentliche Zuwegung mit Beleuchtung und Befestigung zur bestehenden Brücke seit dem Jahr 2005 nicht abschließend zulässt. So wird der Kultur- und Heimatverein künftig Träger des gemeinnützigen Projektes. Ein gebührenbefreites Spendenkonto ist bei der Kreissparkasse Börde im April eröffnet worden. Erste Spenden seien bereits eingegangen, teilen die Initiatoren mit. In der Satzung des Heimatvereins ist unter anderem die gemeinnützige Förderung der Heimatpflege festgeschrieben und entsprechend wird auch die Ausfertigung von Zuwendungsbescheinigungen (Spendenquittungen) erfolgen.

Als Schirmherr ist Jörg Methner (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Sülzetal, gewonnen worden. "Um den weiteren Werdegang zu beraten, habe ich den Kultur- und Heimatverein sowie Ortsbürgermeister Sascha Ritter eingeladen", erläutert Methner. Es werde kurzfristig ein gemeinsamer Termin gefunden, erklärte der Sülzetal-Bürgermeister. Seitens der Gemeinde sei eine fortführende Maßnahme der Baulastträgerschaft, beispielsweise TÜV-Prüfungen, des neuen Sülzesteges in Aussicht gestellt worden.