Das Theaterstück "Post uut Amerika" stand im Mittelpunkt der Pfingstveranstaltung auf dem Gelände von Schloss Trautenburg in Ottleben. Zahlreiche Besucher aus nah und fern waren zu dieser Veranstaltung gekommen.

Ausleben l Zum fünften Mal hießt es "Pfingsten auf der Trautenburg". Der örtliche Heimatverein "OtWaAuLingen" hatte wieder zu einem gemütlichen und unterhaltsamen Nachmittag am historischen Gebäude eingeladen.

Um 14.30 Uhr wurde die Kaffeetafel eröffnet. Im Schatten der alten Bäume füllten sich schnell die Reihen. Bei frisch gebrühtem Kaffee oder einem Gläschen Sekt und einer reichen Auswahl an selbstgebackenem Kuchen stieg so langsam die Vorfreude auf das Theaterstück. Viele Besucher sind eingeschworene Fans der Ausleber Theateraufführungen und von so manchem war zu hören: "Ich bin jedes Jahr dabei und freue mich immer schon lange im Voraus auf den Pfingstsonnabend. Pfingsten auf der Trautenburg gehört zum Fest einfach dazu."

Pünktlich um 15.30 Uhr trat die Vereinsvorsitzende Gesa Zimmermann ans Mikrofon und begrüßte die zahlreichen Gäste. Sie erinnerte noch einmal kurz an die Aufführungen der vergangenen Jahre und wünschte dann allen viel Spaß beim Lustspiel "Post uut Amerika".

Monika Werner und Ferdinand Riedl als Bänkelsänger stimmten alle musikalisch auf die Zeitreise ein. Beim Refrain wurde durch das textsichere Publikum bereits eifrig mitgesungen und mitgeklatscht. Dann wurde der Vorhang aufgezogen und die Zeitreise in das frühe 20. Jahrhundert konnte beginnen.

Zunächst war dabei Trude Schidung Ziel des Dorfklatschs. Als ledige Mutter mit Hackenschuhen und einem neumodischen Kinderwagen lieferte sie den Damen des Ortes reichlich Gesprächsstoff. Das änderte sich aber schnell, als ein Brief die Ankunft von Benjamin aus Amerika ankündigte. Der Enkel eines 1834 ausgewanderten Auslebers wollte nun gern seine Verwandtschaft in "Good old Germany" kennenlernen. Da war nicht nur Mutter Hildegard alias Christine Köhler aufgeregt. Das ganze Dorf brannte darauf, den reichen Verwandten aus Amerika kennenzulernen.

Cowboystiefel und ein großer Hut wiesen dann Benjamin alias Friedhelm Köhler als echten Rinderzüchter aus Little Rock (Arkansas) aus. Im Sturm eroberte er die Herzen der Ausleber. Besonders freute sich seine Tante Hildegard, dass er von seinem Großvater ein deutsches Gedicht mit ihrem Namen gelernt hatte: "Hildegard, ach Hildegard, Hildegard de Zicke plarrt..." Das sorgte bei der Tante zwar für ein langes Gesicht bei den Zuschauern aber für eine der vielen Lachsalven und für Szenenapplaus.

Da Benjamin nicht nur in die Heimat seiner Vorfahren kam, um die Verwandtschaft kennenzulernen, sondern auch auf Brautschau ging, fiel seine Wahl auf die fesche Trude Schidung. Mit seinem vollendeten Heiratsantrag endete das Theaterstück und der Applaus des restlos begeisterten Publikums brandete auf.

Die Schauspieler hatten sich abermals in die Herzen der Zuschauer aus nah und fern gespielt. Allen war anzumerken, das sie mit Feuereifer bei der Sache sind. Das lag auch an der Autorin Doris Damke. Sie hat es wieder verstanden, nicht nur eine Geschichte zu schaffen, wie sie wirklich passiert sein könnte, sondern die Charaktere ihren Darstellern förmlich auf den Leib zu schreiben. Zum Gelingen trugen auch Horst Marquardt (Kulissenbauer) und Ramona Ernst (verantwortlich für die Requisiten) bei, sowie Catrin Peters als Regisseurin und Darstellerin.

Nachdem sich der Vorhang geschlossen hatte, wurde der Grill angeheizt. In gemütlicher Runde ließen Jung und Alt den Nachmittag ausklingen.

"Pfingsten auf der Trautenburg war wieder ein voller Erfolg", fasste Vereinsvorsitzende Gesa Zimmermann zusammen und kündigte für Pfingsten 2016 die nächste Theateraufführung an.

   

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