Die Ummendorfer Kirche hat seit Dienstag wieder eine Haube auf. Nach wochenlanger Sanierung des maroden Gebälks wurde das tonnenschwere Bauteil dem 28 Meter hohen Turm aufgesetzt.

Ummendorf l In der noch offenen Haube dreht sich der Richtkranz im Wind, Zimmerleute einer Ströbecker Firma legen letzte Hand an, befestigen acht Rundschlingen im Inneren. Außen wird für Eventualitäten schon mal der Blitzschutz montiert. Auf einer Mauer hat eine Schulklasse Platz genommen, um im Sachkundeunterricht dem Ereignis ganz nahe zu sein. Später gesellt sich noch eine Abordnung aus dem Kindergarten dazu. Die Kinder klatschen vor Begeisterung, als der Kran das Dach anhebt, um zunächst eine Generalprobe vorzunehmen.

Kranführer Hans Pfefferkorn weiß danach genau, dass er insgesamt zwölf Tonnen nach oben transportieren wird. Doch zuvor muss die provisorische Plattform auf dem Turm wieder demontiert und auf den Boden geholt werden.

Pfefferkorn und die Zimmerleute gehen koordiniert mit Übersicht und sicheren Handgriffen ans Werk. Die neue Haube lässt erkennen, dass einige alte Holzteile wie Sims oder Bögen wiederverwendet wurden. Das war eine Forderung der Denkmalschützer. Gerne hätten sie noch mehr des geschichtsträchtigen Gebälks auf dem Turm gesehen, aber die Statik ließ das nicht zu.

Die Vorbereitungen hatten einige Stunden gedauert, der Transport gen Himmel dagegen nur 15 Minuten. Augenblicke, in denen vor allem dem Pfarrer-Ehepaar Hirschligau und den Mitgliedern der Kirchengemeinde die Herzen höher schlugen, denn jahrelang hatte man sich um diese Sanierung und deren Finanzierung bemüht. Letztlich gab es eine Förderung aus EU-Mitteln (Leader) über 51500 Euro. Der Kirchenkreis beteiligt sich mit 80000 Euro und die Ummendorfer Kirchengemeinde mit rund 25000 Euro.