Fachleute des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt haben im Osterweddinger Gewerbegebiet Grabungen beendet. Sie beförderten unter anderem eine Hockerbestattung zu Tage.

Osterweddingen l Wochenlang haben Fachleute des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt aus Halle im Gewerbegebiet Osterweddingen in der Nähe der Bahnlinie von Magdeburg nach Halberstadt im schweren Bördeboden gegraben. Bagger hatten zuvor in bestimmten Abständen etwa ein Meter tiefe und drei Meter breite Gräben auf dem Acker ausgehoben. Dort, wo die Archäologen in der Erde verborgene Funde vermuteten, setzten sie die Spaten an, und gruben tiefer.

Und die Archäologen sind im Bördeboden des Sülzetals fündig geworden. "Wir haben eine Hockerbestattung gefunden, die vermutlich aus der Spätjungsteinzeit stammt", sagte Martin Planert vom Zentralreferat Bodendenkmalpflege des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Der Fund stamme aus der Zeit des Neolithikums, also aus dem dritten Jahrhundert vor Christus. Der Bestattete habe in der für diese Zeit typischen Hockhaltung auf der Seite gelegen, die Knie angezogen. Jedoch sei das Grab ohne Beigaben wie Feuersteinklingen gewesen, bedauerte der Fachmann.

In einiger Entfernung zu dieser Hockerbestattung fanden die Archäologen in einer Tiefe von etwa zwei Metern noch eine Vorratsgrube, die fast leer gewesen sei, sagte Planert. Lediglich das Horn eines Auerochsen hätten die Fachleute im Sülzetal zu Tage befördert.

Die im Ackerboden bei Osterweddingen geborgenen Funde haben die Experten anschließend in das Depot des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie nach Halle befördert. Die Knochen und Zähne des gefunden Skeletts seien nach Ansicht von Martin Planert von außerordentlich guter Qualität, so dass er sich von den noch folgenden DNA-Untersuchungen noch weiterführende Erkenntnisse verspreche.

Die etwa 25 Hektar große Fläche, die die Archäologen in den vergangenen zwei Monaten abgesucht haben, gehört zum Bebauungsplan Nummer sieben des Gewerbegebietes Osterweddingen. Die bebaubare Fläche dieses Abschnitts beträgt etwa 90 Hektar. "Die Grabungen fanden in Vorbereitung der Baufeldfreimachung statt", sagte am Donnerstag Ina Stimpel von der Abteilung Planung/Bauordnung des Bauamtes der Verwaltung der Einheitsgemeinde Sülzetal. Die Flächen stünden zum Kauf durch mögliche Investoren zur Verfügung, gehörten dem Grundstücksfonds Sachsen-Anhalt (GSA) und würden von dieser Gesellschaft des Landes auch vermarktet werden.

Wie Ina Stimpel ankündigte, werden die Archäologen noch in diesem Jahr im Gewerbegebiet Osterweddingen weitergraben. Und zwar nördlich von der Fläche, die sie bereits untersucht haben.

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