Inzwischen steht es fest, dass die beiden demontierten Ortseingangsschilder in Hohendodeleben und Domersleben gestohlen worden sind. Das bestätigte der Eigenbetrieb Straßenbau des Landkreises Börde. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Es wird vermutet, dass die Tafeln Beute von Souvenirjägern wurden, da die Gemeinden nun nur noch Ortsteile der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde sind. 48 neu beschriftete Schilder sollen deshalb in den Ortsteilen im Frühjahr aufgestellt werden.

Hohendodeleben / Domerslebe. Wie ein Beamter des Polizeirevieres Haldensleben in dieser Woche der Volksstimme bestätigte, sind im Fall der verschwundenen Ortseingangsschilder in Hohendodeleben und Domersleben Ermittlungen wegen Diebstahls eingeleitet worden. Bereits am Wochenende, als das Fehlen der Schilder bekannt wurde, war vermutet worden, dass Souvenirdiebe die Tafeln erbeutet hatten. Die Polizei nahm eine Veröffentlichung am Montag in der Volksstimme zum Anlass, der Sache auf den Grund zu gehen.

Auch Domerslebens Ortsbürgermeister Bernd Meyer ging am Montagmorgen auf Volksstimme-Nachfrage bereits fest davon aus, dass sich Unbekannte das Schild mit der alten Ortskennung " Domersleben - Landkreis Börde " sichern wollten. " Ich habe ja selbst ein Auge auf eines der Orteingangsschilder für unsere Heimatstube geworfen und aus diesem Grund schon vorsorglich einen Antrag beim Ordnungsamt gestellt, damit eines der dann ausgemusterten Schilder später als Ausstellungsstück in den Besitz der Heimatstube übergeht ", erklärt der Ortsbürgermeister.

Er verstehe sowieso nicht warum der Landkreis aus der ganzen Situation keinen Nutzen zieht und nach dem Abmontieren im Rahmen einer Auktion die alten Tafeln versteigert. Ob die Idee allerdings die Diebstähle verhindert hätte, sei fraglich.

Karin Neuendorf, erste Betriebsleiterin des Eigenbetriebes Straßenbau des Landkreises Börde bestätigte der Volksstimme, dass es sich um einen Diebstahl der Schilder handeln muss. Und, da bereits Tempo-50-Schilder in Höhe der leeren Tafelrahmen aufgestellt sind, müssen die Mitarbeiter in der vergangenen Woche bereits reagiert haben. Das Aufstellen der Schilder müsse in solchen Fällen erfolgen, damit Autofahrer die Ortschaft bzw. Tempo-50-Zone erkennen.

Anzeige habe nach ihren Angaben der Eigenbetrieb nicht erstattet, da diese Delikte seit Ende 2009 gehäuft im Landkreis vorkommen. " Wenn ein Ortsschild gestohlen wurde, müssen wir schnell reagieren und die Tempo-50-Schilder aufstellen, damit die Verkehrsteilnehmer nicht ungebremst in den Ort fahren ", erklärt die Betriebsleiterin weiter.

Bleibt zu hoffen, dass die 48 neuen Ortsschilder für die Ortsteile der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde möglichst schnell kommen. Doch danach sieht es noch ganz und gar nicht aus. Denn Karin Neuendorf erklärte, dass zurzeit die neuen Schreibweisen erfasst und somit die Schilder noch erst bestellt und gedruckt werden müssen.

Die eigentliche " Umtauschaktion " der Ortstafeln könne sowieso frühestens erst im Frühjahr erfolgen, wenn der Frost aus dem Boden ist. Denn, einige der Schilder müssen bei dieser Gelegenheit versetzt werden. Dazu wiederum ist das Schaffen eines neuen Fundamentes notwendig.

Bis dahin muss die Polizei in den nächsten Wochen ein waches Auge auf die " alten " Ortseingangsschilder der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde haben, damit dem Landkreis nicht die mobilen Tempo-50-Schilder ausgehen.

Das Austauschen von 48 Schildern war bereits mit der Gründung der Einheitsgemeinde am 1. Januar 2010 angekündigt worden.

Unabhängig von einer bevorstehenden Zwangseingemeindung soll auch Klein Wanzleben neue Ortsschilder mit dem geänderten Namen " Zuckerdorf Klein Wanzleben " bekommen. " Auch diese aktuelle Änderung des Ortsnamens liegt uns zur Bearbeitung vor ", sagt Karin Neuendorf.