Oschersleben (mm). Im Matthias-Claudius-Haus in Oschersleben hat es am 1. Februar einen Wechsel in der Werkstattleitung gegeben. Dirk Belling folgte auf Rainer Renschin, der sich Ende Januar in die Altersteilzeit verabschiedet hat. Belling hat die Verantwortung für die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) im Neubrandslebener Weg übernommen und sich schon erste Ziele für die Zukunft gesteckt.

Seine Bewerbung auf die ausgeschriebene Stelle des Werkstattleiters schrieb Dirk Belling aus einem einfachen Grund: "Ich war auf der Suche nach neuen Herausforderungen", sagt er. Nach zwölf Jahren bei einem Automobilzulieferer in der Altmark war es Zeit, Neues zu entdecken. "Ich hatte einen guten Job, habe zuletzt als Projektleiter gearbeitet", erzählt der Vater zweier Kinder. "Trotzdem habe ich immer links und rechts geschaut." Auf die anspruchs-vollen Aufgaben in einer Behindertenwerkstatt freut sich der groß gewachsene Mann aus Klein Ammensleben. "Es gab durch meinen ehemaligen Arbeitgeber bereits Berührungspunkte mit ähnlichen Einrichtungen und es war ein ganz angenehmes Arbeiten. Als ich die Annonce in der Zeitung las, musste ich die Chance einfach beim Schopf packen."

Seit Anfang Dezember wurde der Wirtschaftsingenieur für Maschinenbau von seinem Vorgänger Rainer Renschin an die verantwortungsvollen Leitungsaufgaben herangeführt. Jetzt hat der 38-Jährige ganz allein "den Hut auf". "Die Kollegen haben mich ganz offen aufgenommen und ich fühlte mich schon ins Team integriert, als ich quasi nur der Mitläufer war und jeden Tag dazu gelernt habe." Besonders dankbar ist er seinem Stellvertreter Henrik Thamm, mit dem er nicht nur ein Büro teilt, sondern sich auch immer wieder auf noch unbekanntes Terrain begibt. "Er ist sehr erfahren und ich bin froh, dass ich mich mit seiner Hilfe schnell überall zurechtfinde."

Seine Freizeit verbringt Belling am liebsten in seinem Haus mit Garten in Klein Ammensleben. Auch seine vier- und siebenjährigen Kinder verlangen dem 38-Jährigen viel ab – die Zeit zum Spielen, Toben und die ersten Hausaufgaben nimmt er sich gern. "Ich bin ein echter Hobbyhandwerker und glücklicherweise fällt meiner Frau immer wieder was ein, was am Haus verändert und gemacht werden könnte", sagt er mit einem Augenzwinkern. Doch Belling ist nicht nur in den eigenen vier Wänden voller Tatendrang.

Bereits nach zwei Monaten hat sich der Ingenieur erste Ziele für seine Arbeit gesteckt. "Ich denke, wir müssen das Qualitäts-Management weiter ausbauen", sagt er. "Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Das gilt übrigens auch für den Bereich Metallverarbeitung, wo ich gern die Auslastung der Dreherei und Schlosserei auf lange Sicht erhöhen möchte."