Was tun nach der Schule? Oft genug stehen Jugendliche vor der Frage, ohne dass sie selber eine klare Antwort hätten. Die Eilsleber Sekundarschule will der Unsicherheit entgegen- und vorbereitend einwirken - langfristig und nachhaltig. Ein schulweiter Berufsorientierungsplan soll dabei helfen.

Eilsleben. "Immer wieder beklagen Unternehmen, dass Schüler, die eine Berufsausbildung beginnen, nicht genügend darauf vorbreitet wurden", sagt Schulleiterin Christiane Karl. Es fehle an Fachwissen, an Umgangsformen, Teamgeist und am Willen, etwas Begonnenes in einer guten Qualität zu absolvieren. Nicht immer, aber immer öfter. "Diese Probleme sind bei uns im Kollegium bekannt. Achselzucken und Resignation lassen wir jedoch nicht zu!", so Christiane Karl.

An der Sekundarschule Eilsleben wurde aus diesem Grund eine Steuergruppe installiert, die einen Berufsorientierungsplan erstellt hat. Dieser ist Bestandteil der schulinternen Planung und gestaltet sich laut Karl in der täglichen Praxis so: "Es zieht sich eine kontinuierliche Zusammenarbeit aller Lehrer der 5. bis 10. Klassen im unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Bereich zur Berufsvorbereitung durch unser pädagogisches Konzept. Jeder Kollege, ob Deutsch-, Mathematik-, Kunst-, Wirtschaft-, Technik- oder Geschichtslehrer, kennt seinen Beitrag zur Kompetenzentwicklung bei Schülern. Unser Ziel ist es nicht ,Befehlsempfänger\' zu erziehen, sondern junge Leute, die sich mit ihrer Arbeit, ihrem Fachwissen, ihrem Einsatz, ihrer Kreativität und Spontaneität in ein Unternehmen einbringen."

Der Weg, so die Schulleiterin weiter, sei lang und erfordere ein hohes Maß an Ausdauer von allen. "Wir haben jedoch kompetente Partner gefunden, die uns in unserer Arbeit unterstützen."

Ein solcher ist seit neuestem auch das VHS-Bildungswerk in Sachsen-Anhalt, mit dem im Februar ein Kooperationsvertrag zur Umsetzung des Projekts "Schuljahresübergreifende Berufsorientierung" unterzeichnet wurde.

Praxistage für Achtklässler

Ziel dessen ist es, an drei Tagen eine sogenannte Potenzialanalyse bei den Schülern der 7. Klassen aufzustellen, um individuelle Kompetenzen, Interessen und Entwicklungsmöglichkeiten zu ergründen. In der 8. Klasse folgt dann der nächste Schritt in Form von Praxistagen in verschiedenen Berufsfeldern. "So haben die Schüler die Möglichkeit, auszuprobieren, welche Potenziale in ihnen stecken, bevor sie in ein Praktikum gehen, und die Frage ,Was tun nach der Schule?\' wird sich gewiss leichter beantworten lassen", meint Christiane Karl.