Üplingen. Eine große, aufgeblasene Stoffkartoffel wurde gestern am Rande des Schaugartens in Üplingen aufgestellt.

Damit protestierten der Verbund Ökohöfe sowie Bündnis 90/Die Grünen gegen den Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffel "Amflora". Sie wurde als Industrie-Kartoffel gezüchtet und soll etwa zur Herstellung von Klebstoff dienen. Es ist die erste gentechnisch veränderte Pflanze, die seit 1998 für den europäischen Markt zugelassen wurde. Für die Befürworter der "grünen Gentechnik" ein Erfolg. Für die Kritiker ein Dorn im Auge, wie zum Beispiel für Claudia Dalbert und den Europa-Abgeordneten Martin Häusling (beide Bündnis 90/Die Grünen), die dazu gestern in Üplingen erläuterten, dass es längst möglich sei, auch konventionell gezüchtete Kartoffeln für die Stärkeherstellung zu nutzen. Die Sorte "Amflora" habe sich seit der Zulassung zudem nicht am Markt durchgesetzt. Sie wollen dagegen protestieren, dass die Kartoffel dennoch künftig auf zwei Hektar in der Nähe des Schaugartens angebaut werden soll. Rolf Sentker vom Verbund Ökohöfe und demeter Sachsen-Anhalt mit Sitz in Wanzleben kritisierte zudem, dass Gentechnik in Sachsen-Anhalt mit Millionen gefördert wird, ökologische Landwirtschaft dagegen würde gar nicht unterstützt. Diese Schieflage müsse verändert werden. Uwe Schrader vom Verein Innoplanta, der sich für die "grüne Gentechnik" einsetzt, habe sie für einen Besuch im Schaugarten eingeladen, berichten die Vertreter von Grünen und Ökohöfe. Darauf wollen sie gern zurückkommen, versicherten sie, wie es ebenfalls hieß, dass diese Protestaktion erst der Auftakt "eines Widerstands" sei, der "die nächsten Monate andauern soll".