Am Rande einer Diskussionsrunde des CDU-Stadtverbandes im Sozialzentrum "Alter Bahnhof" in Wanzleben äußerte sich Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre zu den Forderungen nach mehr Sicherheit für die beiden unbeschrankten Wanzleber Bahnübergänge beim Kreuzen der Bioethanolzüge. Er wolle die Strecke nach Sicherheits-Schwachstellen untersuchen lassen, auch wenn hier bereits alle gesetzlichen Forderungen erfüllt sind. Am 10. März soll es Gespräche mit der Regionaleisenbahn geben.

Wanzleben. Bei einem Gespräch zu den Themen Bildung, Familie, Wirtschaftsentwicklung mit dem Minister Karl-Heinz Daehre und dem CDU-Landtagskandidaten Kay Barthel äußerte sich der Minister auch zu den Forderungen nach mehr Sicherheit an den Bahnübergängen in Wanzleben.

Dort kreuzen inzwischen wöchentlich mindestens zwei Bioethanol-Züge die Straße. Die Bahnübergänge haben keine Schrankenanlage. Lediglich ein Zugposten sichert die Überquerung ab, nach dem der Zug am Bahnübergang gehalten hat. Anwohner wie der Metallbauer Willi Kemmer forderten deshalb eine Überprüfung der Praxis.

Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre: "Gerade durch das Unglück in Hordorf wirft das Thema Sicherheit immer wieder berechtigte Fragen nach der Sicherheit auf den Schienenstrecken auf. Und diese Fragen werden wir auch sehr Ernst nehmen."

Er könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt sagen, dass auf der sehr wenig frequentierten Strecke die Bauvorschriften nach dem Gesetz alle eingehalten worden seien. Der Frage, der man nun nachgehen müsse ist, was man zur Erhöhung der Sicherheit tun könne, auch wenn es nicht gesetzlich gefordert sei, so Landesminister Daehre.

"Wir werden die Strecke in Bezug auf die Sicherheit überprüfen", sagte Daehre weiter.

In der nächste Woche führe der Verkehrsminister dazu Gespräche mit der Deutschen Regionaleisenbahn als Betreiberin der Strecke. Mit der Geschäftsführung wolle er besprechen, was man trotz der Einhaltung der gesetzlichen Forderungen darüber hinaus für die Sicherheit auf dem Gleisabschnitt tun könne. Vor allem am Wanzleber Bahnübergang zur L50 nach Schleibnitz könne sich Daehre neben und zusätzlich zu dem Andreaskreuz eine automatische Blinkanlage, die ein rotes Signal gibt, sollte sich ein Bioethanolzug dem Übergang nähern, als zusätzliche Sicherungsmaßnahme für den Verkehr vorstellen. Das Bundeseisenbahnamt müsste dafür aber letztendlich auch noch die Zustimmung geben, erklärte der Minister. "Das Land müsste sich dann an der Investition auch beteiligen", räumte Daehre weiter ein.

Mit der automatischen Blinkanlage würde eine zentrale Forderung des Anliegers Willi Kemmer erfüllt werden. Er hatte in einem veröffentlichten Volksstimme-Gespräch vor einigen Tagen bemängelt, dass die Züge im Dunkeln zwar vor dem Übergang stoppen und ein Sicherungsposten zur Absperrung der Fahrbahn kurzzeitig aussteigt, dann aber wieder auf die Lok aufspringt. Die manchmal bis zu 24 Waggons würden dennoch weiterhin unbeleuchtet den Übergang passieren. Eine automatische Blinkanklage würde hingegen die Sicherheitslücke schließen.

Auf der Diskussionsrunde spielte auch das Thema "Erhalt der fünf Schulstandorte in der Einheitsgemeinde" eine wichtige Rolle und das sich die CDU dafür ebenso einsetzen wolle, wie für das Anschieben der Regionalplanung in punkto Entwicklung des Gewerbegebietes Schleibnitz (ca. 200 ha) in Einvernehmen mit der Landwirtschaft. Damit sollen hier großflächige Investitionen im industriellen Sektor ermöglicht werden. Das Gewerbegebiet Wanzleben (30 ha) soll hingegen aufgegeben und an die Landwirtschaft zurückgeführt werden.