Schwaneberg. "Wir sind froh und sehr dankbar, dass wir diesen besonderen Hochzeitstag feiern können", meinten gestern sehr bewegt Heinrich und Rita Niemann aus Schwaneberg. Auf stolze 60 Jahre blickten sie am gestrigen Tag zurück, feierten damit die Diamantene Hochzeit. Keine einfache Zeit haben sie in den vergangenen Monaten hinter sich gebracht. Vor allem gesundheitlich galt es, einige Probleme zu meistern. Um so mehr freuten sie sich, dass sie ihren großen Tag nun doch gemeinsam mit den zwei Söhnen, den sechs Enkeln und drei Urenkeln feiern konnten.

Im Übrigen sind ein paar Handschuhe schuld, dass sich Heinrich und Rita kennenlernten. Mit Traktor und Hänger ging es in der Nachkriegszeit nach Altenweddingen zum Operettenabend. Eines Abends im November hatte Heinrich seine Handschuhe vergessen. Rita sah, dass er kalte Hände hatte und borgte ihm ein Paar, die steckten als Ersatz in ihrer Manteltasche. Später brachte der junge Schwaneberger dem Flüchtlingsmädel aus Pommern die Handschuhe zurück. Als Gegenleistung verlangte er einen Kuss und mit diesem Kuss hat es zwischen den beiden gefunkt.

Kalt war es und viel Schnee lag, als das junge Glück mit der Hochzeit am 10. März 1951 seine Krönung fand. "Heute kann ich es ja erzählen, unter dem Brautkleid trug ich eine lange Unterhose, denn in der Kirche war es schließlich auch kalt", verrät 60 Jahre später Rita Niemann. Ihr Brautstrauß war damals aus Flieder gebunden, kein Mensch wollte glauben, dass er tatsächlich echt war, erzählt die Jubelbraut weiter. Eigentlich sollte erst im September geheiratet werden, doch bei den Schwiegereltern wurde gerade ein Zimmer frei. Damals musste man schnell handeln, sonst wäre das Zimmer fremd vermietet worden.

Nicht ohne Stolz berichtet der 86-jährige Heinrich Niemann, dass er seiner lieben Frau bis zum 60. Geburtstag so viele Rosen geschenkt hat, wie sie alt wurde. Zu DDR-Zeiten kein leichtes Unterfangen. Heute ist Rita Niemann übrigens 80 Jahre alt. "Wir haben eine gute Ehe geführt", da sind sich die beiden einig. "Sicher, es gab auch mal Streit, aber wo gibt es den nicht."

Neben der Gartenarbeit hatte das Ehepaar ein weiteres schönes gemeinsames Hobby. Lange Jahre haben sie im Gemischten Chor "Bördeklang" Schwaneberg/Altenweddingen gesungen. "Viele schöne Stunden und Auftritte haben wir dort erlebt", erinnern sie sich. Heinrich Niemann hatte eine sehr schöne Stimme und oft hat er die Menschen gerührt, wenn er als Solist das "Ave Maria" sang.