Betrifft das Projekt Kita Mobil und den Leserbrief von Frank Leskien in der Salzwedeler Volksstimme vom 9. März:

Eigentlich bin ich kein Freund von Leserbriefen. Ich bin dafür, miteinander zu reden und nicht übereinander zu schreiben. Bisher habe ich versucht, mit allen zu reden, sei es mit den Bausteinbetreuern, den Eltern, Frau Lüdemann, Ratsmitgliedern oder dem Sozialausschuss. Ein Erfolg zeigt sich zaghaft.

Es ist nicht richtig, dass ich von Anfang an in das Projekt einbezogen war. Erfahren habe ich von dem Projekt aus der Zeitung. Aufgrund meiner Initiative, meiner telefonischen Nachfrage bei Frau Lüdemann, erhielt ich einige sehr begrenzte Informationen und wurde nach Berlin eingeladen, um mir das Ganze anzuhören. Wahrscheinlich definieren wir "einbezogen werden" unterschiedlich. Einbeziehen heißt für mich nicht, dass ich lediglich informiert werde. Und mehr war es am Anfang nicht. Es ist richtig, dass ich über den Inhalt des Projektes und den Kostenrahmen Bescheid wusste, aber nur rein informativ. Das Problem ist nur, dass das Projekt anders mit Leben gefüllt wird, als es in Berlin dargestellt wurde. Dort hieß es, dass die beteiligten Akteure gemeinsam das Projekt erarbeiten und über die Inhalte entscheiden. Wir werden zwar eingeladen zu Workshops, aber Entscheider ist die Verbandsgemeinde (VG). Das mussten die Eltern erst verstehen. Deshalb fehlt einigen Eltern die Motivation.

Herr Leskien äußert die Frage: Daseinsvorsorge 2030 - Wissen wir heute schon, was die Eltern von morgen wollen? Ich denke schon, da einige junge Eltern von heute vielleicht sogar zur Elterngeneration von morgen gehören. Es ist auch möglich mit Anfang 40 noch Kinder zu bekommen. Außerdem soll das Konzept vielleicht in unserer Region als Modellversuch starten. Und das heißt nicht erst 2030. Also betrifft es sehr wohl die Eltern von heute.

Herr Leskien hat richtig erkannt, dass es in erster Linie darum geht, dass die Menschen in die langfristige Entwicklung ihres Lebensumfeldes einbezogen und gemeinsam mit ihnen Strategien zur Sicherung der Daseinsgrundfunktionen erarbeitet werden. Dabei reicht es nicht, das Projekt öffentlich zu machen.

Hier ein paar Insiderinformationen aus meiner Sicht, die ich nur kenne, da ich bei allen Veranstaltungen weitestgehend dabei war und immer wieder nachgefragt habe.

Das Ergebnis dieses Projektes soll Auswirkungen auf die Überarbeitung des KiFögG haben.

Bisher kamen nicht alle Akteure an einen Tisch.

Es wird viel über Eltern und nicht mit Eltern geredet.

Die Entscheidungsträger waren weder bei den Workshops mit den Erziehern noch bei dem ersten Workshop mit den Eltern dabei.

Nicht alle wichtigen Informationen werden publiziert. Veröffentlicht wurden bisher nur die Ergebnisse des Demografiechecks und allgemeine Gedanken zum Projekt. Kernaussage: Aus ökonomischer Sicht sollten die Hälfte bis Dreiviertel der Kitas geschlossen werden. Bei meinen Ausführungen habe ich darauf hingewiesen, dass es sich um eine Empfehlung aus rein ökonomischer Sicht handelt. Ergebnisse des Workshops mit Erzieher wurden bisher nicht veröffentlicht.

Eltern werden per Aushang in den Kitas zum ersten Workshop eingeladen. Die Einladung wurde zu einer Zeit ausgehangen, wo die Kitas geschlossen bzw. nur zu maximal 50 Prozent belegt waren. Wer sich nicht in die Liste eingetragen hat, durfte nicht teilnehmen.

Meine persönliche Motivation: Die Kitas sind ein wichtiger Standortfaktor in der Region. Ich hoffe, diesen Standortfaktor mit zukunftsfähig zu gestalten. Mein Ziel ist es, über die sehr gute Dorfgemeinschaft und die gute Kinderbetreuung zu erreichen, dass sich eines meiner Kinder in der Nähe von Winterfeld Arbeit sucht und es für ihn oder sie attraktiv genug ist, von hier zu fahren. Ich selber bin in einem Drei-Generationen-Haushalt groß geworden. So wie die Großeltern meine Eltern unterstützt haben, haben wir sie gemeinsam bis zu ihrem Tod liebevoll versorgt und gepflegt. Meines Erachtens geht nichts über den familiären Zusammenhalt, der leider immer mehr in Vergessenheit gerät. Wir reden über den demografischen Wandel. Viele Probleme, die dieser mit sich bringt, könnten wir außer acht lassen, wenn wir die Familien und den Familienzusammenhalt fördern würden.

Fazit: Die Eltern sind nicht gegen das Projekt. Aufgrund von Halbwissen durch fehlende und teilweise nicht gewollte Kommunikation kam es jedoch zu Missverständnissen. Wir wollen wirklich gemeinsam das Projekt gestalten. Erste Ansätze wurden bereits in die Wege geleitet. Diskussionen wurden aber auf dem ersten Workshop mit der Aussage, dass sowieso alle Entscheidungen die VG trifft, im Keim erstickt.

Andrea Döge-Wotapek

Winterfeld

Vorsitzende des Elternkuratoriums der Verbandsgemeinde