Seit 1. Februar sind die Malteser im Altkreis Oschersleben für den Rettungsdienst zuständig. Nach gut einem Monat ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz. Auch von den Partnern wird die Arbeit des Malteser Hilfsdienstes gelobt.

Oschersleben. Gerade mal 20 Minuten hatten die Malteser ihre Rettungswache in Betrieb, da wurden sie auch schon zum ersten Einsatz gerufen. Eine knappe Minute später fuhr der Rettungswagen durch die Oschersleber Bruchstraße und weiter nach Hornhausen. Kurz darauf folgte auf dem gleichen Weg der Notarzt. In wenigen Minuten hatten die Fahrzeuge ihr Ziel erreicht. Beim Patienten wurden Herz-Kreislauf-Probleme festgestellt, er wurde nach Neindorf ins Krankenhaus gebracht.

Sechs Wochen ist das jetzt her. Sechs Wochen, in denen die Malteser im Raum Oschersleben gut 350 Einsätze hatten. "Wir haben bei jedem dieser Einsätze die Hilfsfristen eingehalten und sind mit den ersten Wochen sehr zufrieden", so der stellvertretende Malteser-Bezirksgeschäftsführer Mario Großmann und Fahrdienstleiter Tobias Niemann.

Und Landkreis-Dezernentin Iris Herzig bestätigt diese positive Zwischenbilanz. "Die Arbeit der Malteser ist sehr gut angelaufen. Es gab keine Kritiken oder Vorkommnisse. Der Versorgungsauftrag wird in vollen Umfang und in hoher Qualität erfüllt." Was dazu führe, dass der Landkreis in den eigenen Rettungswachen von den Maltesern beispielsweise die Form der Medikamentenverwaltung übernehmen und das auch den anderen Rettungsdiensten empfehlen werde.

Auch aus dem Neindorfer Medigreif-Krankenhaus, in das die Malteser die meisten Patienten bringen, ist nur Gutes zu hören. "Die Zusammenarbeit mit dem Malteser Hilfsdienst hat bisher reibungslos funktioniert. Wir werden das Unsere dazu beitragen, dass dies auch in Zukunft so bleibt", sagt Medi-greif-Pressesprecher Dr. Dieter Thielemann.

Überdies würde die Zusammenarbeit mit anderen Partnern "gut klappen", so Mario Großmann und Tobias Niemann, die sich bei Dienstantritt im Klaren waren, dass sie nicht überall mit offenen Armen empfangen und auch skeptisch beäugt werden. Vor allem, weil in dieser Region bisher immer das DRK für den Rettungsdienst zuständig war und der Wechsel auch Entlassungen beim DRK zur Folge hatte. "Ich kann die Situation beim DRK gut nachvollziehen", so Großmann.

Nicht nachvollziehen könne Großmann hingegen die Kritik, die in der jüngsten Sitzung des Oschersleber Stadtrates geäußert worden war. Dort hatten Ratsmitglieder vor allem den Standort der Rettungswache kritisiert. Die Straßen im Alten Dorf seien zu eng und zudem würden dort oft zahlreiche Gymnasiasten unterwegs sein, was zu gefährlichen Situationen führen könne. Überdies würden in diesem Wohngebiet die Sondersignale stören. Im Stadtrat wurde auch kritisiert, dass die Garagen der Malteser zu klein seien, was zu Verzögerungen führe, weil die Fahrzeuge noch einmal anhalten müssten, damit beispielsweise der Notarzt außerhalb der Garage zusteigen kann.

"Bei der Bruchstraße handelt es sich um eine Einbahnstraße, so dass unsere Leute dort problemlos rausfahren können", so Mario Großmann und Tobias Niemann: "Weil es eine Einbahnstraße ist, wird auch nicht zu jeder Zeit das Signal eingeschaltet." Und auch die Kritik an den Garagen sei nicht angebracht. "Damit wir so schnell wie möglich ausrücken, nimmt der Arzt ohnehin den kürzeren Weg durch den Vordereingang und steigt erst dann zu."

 

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