Im vergangenen Jahr wurde die Ortsdurchfahrt Bahrendorf entlang der B 246 a grundhaft ausgebaut. Die Freude über die neue Straße samt Fußwegen und Straßenbeleuchtung währte bei einigen Anwohnern der Altenweddinger Straße nicht lange. Sie haben nun mit Wasser in den Kellern zu kämpfen.

Bahrendorf. Umfassend wurden die Bürger Bahrendorfs vor Beginn der Straßenbauarbeiten über das Vorhaben informiert. Schon damals machte Anwohnerin Katrin Willitzki Planer und Auftraggeber, es baute der Landesbetrieb Bau in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sülzetal, darauf aufmerksam, dass sich entlang der Straße Quellen befinden. Ihren Verlauf sollte man unbedingt beachten. Tatsächlich stieß man während der Bauarbeiten auf alte Schächte und Kanäle, diese wurden geschlossen. Eine neue Verrohrung zur Ableitung des Oberflächenwassers und des Straßengrabens wurde vorgenommen.

1994 hat Familie Willitzki das Haus in Bahrendorf gekauft. Im Keller befindet sich ein Brunnen, nie gab es hier Probleme mit aufsteigendem Grundwasser. Im Gegenteil, wurde im Sommer der Swimming-Pool gefüllt, musste die Familie manchmal warten, dass wieder Wasser nachlief. Selbst 2002, als Bahrendorf schon einmal mit Hochwasser kämpfen musste, zeigte sich dies im Keller von Familie Willitzki nicht. Doch im November 2010 hatte die Familie erstmals Wasser im Keller, die Straßenbauarbeiten waren da im Gro-ßen und Ganzen bereits abgeschlossen. Inzwischen ist es so, dass eine Pumpe stetig laufen muss. Alle 30 Minuten hat der Brunnen einen Stand erreicht, dass er den Keller fluten würde, also wird gepumpt. Monatliche zusätzliche Energiekosten von 100 bis 120 Euro schlagen da zu Buche.

Bislang nasse Keller seien nun trocken

Betroffen ist nicht nur Familie Willitzki. Probleme gibt es auch bei anderen Familien und Anwohnern der Altenweddinger Straße. "Für uns stellt sich die Sache so dar, dass sich mit dem Schließen der alten Kanäle die Quelle und möglicherweise auch das Grundwasser einen neuen Weg sucht. Der Weg durch die neuen Rohre bleibt zum Teil trocken", meint die Bahrendorferin und verweist auf Fotos und Videos. Statt durch die Rohre läuft das Wasser durch Wände. "Hier passt doch was nicht", meint nicht nur Katrin Willitzki. Auch deshalb, weil einige Anwohner der Schloss- und Ringstraße immer Wasser im Keller gehabt hätten, diese aber nun trocken seien.

Im Februar gab es einen Vororttermin mit betroffenen Bürgern, Ortsbürgermeister und Bauamt der Gemeinde Sülzetal. Hier machten die Bahrendorfer auf ihr Problem aufmerksam und nochmals deutlich, dass ihrer Ansicht nach ihre vor der Baumaßnahme gegebenen Hinweise und Schwerpunkte zu einer nachhaltigen Oberflächen- und Grundwasserableitung bei der Bauausführung nicht beachtet wurden. Das Bauamt auf der anderen Seite verwies auf die neu verlegte Kanalisation mit neuen Straßeneinläufen und Dränagen, aber auch auf das allgemeine Hochwasser- und Grundwasserproblem in vielen Teilen Sachsen-Anhalts. "Aus dieser Thematik ist ersichtlich, dass der Anstieg des Grundwassers nicht auf Ursachen aus den Straßenbaumaßnahmen zurückzuführen ist", heißt es in einer Aktennotiz des Bauamtes nach dem Ortstermins.

Wegen genau dieser Feststellung hat Katrin Willitzki die ihr zugesandte Aktennotiz postwendend zurückgegeben. "Da macht man es sich zu einfach, man kann nicht alles auf das gestiegene Grundwasser schieben", so die Bahrendorferin. Eine neue Antwort seitens des Bauamts hat sie bislang nicht erhalten.

Durch den Landesbetrieb Bau (LBB) als einer der Auftraggeber wird die Einschätzung des Bauamtes in vollem Umfang bestätigt, wurde der Volkstimme auf Anfrage mitgeteilt. "Ungeachtet dessen führt der LBB weitere Untersuchungen durch. Aussagen zu gegebenenfalls neueren Erkenntnissen sind also erst nach Abschluss dieser Untersuchungen möglich. Die entsprechende Stellungnahme des Landesbetriebes wird dem Bauamt Sülzetal voraussichtlich innerhalb der nächsten drei Wochen übermittelt", heißt es in der Pressemitteilung.