Lange hat es gedauert, bis die Mitglieder der Bürgerinitiative, die sich für Lärmschutz an der Autobahn 2 in Höhe Tundersleben und Groppendorf einsetzt, mit Wirtschaftsminister Reiner Haseloff ins Gespräch kam. Gestern nun gab es einen Vor-Ort-Termin in Tundersleben, etwa 200 Meter von der Autobahn entfernt. Thematisiert wurde eine Lösung, um für den Bau von Lärmschutzwänden eine Finanzierungslücke zu schließen.

Tundersleben. Auf dem Grundstück der Familie Wagner in Tundersleben ist der Lärm der Autobahn 2 deutlich zu hören. Etwa 200 Meter Luftlinie trennen das Haus und die Autobahn. Davon konnte sich gestern auch Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff überzeugen.

Dieser Lärm ist es, der Günter Dörge aus Nordgermersleben und seine Mitstreiter von der Bürgerinitiative "Lärmschutz an der A2" schon seit etwa neun Jahren umtreibt. Damals hatten sie einen Brief an den Landesverkehrsminister Karl-Heinz Daehre geschrieben, in der Hoffnung, Unterstützung zu bekommen. Lärmpegelmessungen, die Günter Dörges Bruder Georg Dörge in Groppendorf durchgeführt hatte, bestätigten die Notwendigkeit eines Lärmschutzes.

Über die Jahre ging der Schriftverkehr von Günter Dörge in verschiedene Richtungen, aber am Erfolg mangelte es. Er ließ nicht locker und so konnten nicht nur bürokratische Hürden überwunden, sondern auch ein Investor gefunden werden. Die GoEn Planungsgesellschaft aus Halle nahm ab August 2006 konkrete Planungen für Lärmschutzwände in Verbindung mit Photovoltaik vor. Inzwischen steht das Projekt, allerdings führt die Veränderung im Energieeinspeisungsgesetz (EEG), die eine Absenkung der Vergütung für Solarstrom zur Folge hat, zu einer Finanzierungslücke. Für diese braucht es eine Lösung, die sich die Bürgerinitiative mit Hilfe des Wirtschaftsministeriums erhoffte. Eine erste Absage mit Verweis, dass die Förderfähigkeit nicht gegeben ist, lag bereits vor.

Jedoch gibt es inzwischen ein Pilotprojekt an der A14, das der Bürgerinitiative neue Hoffnung gab. Das war auch Thema beim Vor-Ort-Termin mit Minister Haseloff, der versprach, eine Lösung zu suchen, um die Lärmschutzwände in Tundersleben und Groppendorf vielleicht zu einem zweiten Pilotprojekt im Rahmen eines Bundesprogramms zu machen. Allein könne das Land dieses Projekt nicht fördern, weil entsprechende Fördertöpfe fehlen würden.

Am Mittwoch soll es ein weiteres Gespräch zwischen Vertretern der Bürgerinitiative, des Wirtschaft-, Umwelt- und Verkehrsministeriums geben. Günter Dörge zog nach dem Vor-Ort-Termin aber erst einmal das Fazit: "Ich finde es gut, dass der Minister hier war und sich vor Ort über unser Problem informiert hat."