Stendal. Die Elbe, drittgrößter Strom in Deutschland, zwar als Bundeswasserstraße genutzt, befindet sich weitgehend im naturnahen Zustand. Über den sachsen-anhaltinischen Teil der Flusslandschaft und die dortigen Aktivitäten berichteten Guido Pohlmann, Leiter des Biosphärenreservats "Mittelelbe", und Mitarbeiter Armin Wernecke im Ausschuss für Ordnung, Umwelt und Landschaftsschutz. Denn auch die Altmark ist Bestandteil dieses Biosphärenreservats, eines von 16 in ganz Deutschland.

"Mit dem Biber fing alles an", sagte Pohlmann im Zuge der historischen Entstehung des Naturschutzgedankens in Sachsen-Anhalt. Der Bestand sei seit den 90ern konstant. 1997 entstand das länderübergreifende Reservat mit Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, 2006 dann das Gebiet Mittelelbe - Stendal und Wittenberg sind die Landkreise mit dem größten Elbeanteil. "Das bedeutet Chancen für die Region als exklusiver Standort." Der Leiter machte deutlich, welch großes Potential Elbe und Havel bieten würden, sozusagen die "Marke nutzen". Der Tourismus kann dadurch gefördert werden. Entsprechendes Marketing sei in Arbeit. Im Infozentrum Havelberg können sich Besucher über die Landschaft schlau machen. Insgesamt 19 Auenpfade laden zum Wandern und Naturerleben ein. Naturschutzprojekte wie Untere Havel und Biberansiedlungsprojekte sind nur einige Beispiele, wie Chancen erkannt werden und im Sinne der Region eingesetzt würden. Die Unterstützung der Landkreise spiele dabei eine wichtige Rolle, so Pohlmann.

Konfliktpotential gebe es mit der intensiven Landwirtschaft und der Monobebauung mit Mais und Raps für erneuerbare Energien. Ein weiteres Problem sprach er bei den ehrenamtlichem Personal an, das oft knapp sei. "Wir müssen für gute Leute werben, die sich engagieren", so der Leiter. Das Reservat kümmere sich mit Arbeitsgruppe von Schülern und dem Ökologischem Jahr um Nachwuchs, aber der "Vergreisung" könne man auch hier nicht entgegenwirken.

Mitarbeiter Armin Wernecke erläuterte kurz die Projekte im landkreis Stendal wie das Naturschutzgroßprojekt Untere Havelniederung. Renaturierungsmaßnahmen des Nebenflusses Havel entfalten positive Wirkungen über den Ort hinaus und dienen der Nachhaltigkeit. Träger der bis auf 2018 angesetzten Maßnahme ist der Naturschutzbund/Nabu, die kommunalen Interessen sind von den Landkreisen Havelland und Stendal in einem regionalem Entwicklungskonzept festgeschrieben.

Das Biosphärenreservat Mittelelbe wurde bereits 1979 von der UNESCO als erstes in Deutschland anerkannt.