Zum Artikel "Mausklick soll den Verein ,retten\'", in dem der Blau-Weiß-Empor-Präsident Rüdiger Petrasch den Zustand des Sanitärtraktes bemängelt hatte, reagierten gestern Bürgermeisterin Petra Hort und Bauamtsleiter Olaf Küpper mit einem Vor-Ort-Termin, um sich ein Bild vom aktuellen Zustand machen zu können. Als erstes war die Frage zu klären, welche sanitären Anlagen im Wanzleber Börde-Stadion laut Petraschs Angaben generalüberholt werden müssten. Fazit der Besichtigung: Die Besuchertoiletten-Häuschen müssten saniert werden.

Wanzleben. In der Bewerbung auf dem Internetportal www.vereinsretter.de, wo es darum geht, möglichst viele Klicks zu sammeln, um 20 000 Euro zu gewinnen, stellt der SV Blau Weiß Wanzleben derzeit unverblümt seine Situation dar: "Erfolgreiche Zeiten in der Verbandsliga und glorreiche Pokalschlachten gehören längst der Vergangenheit an. Derzeit trainieren wir unter widrigen Bedingungen. Unser Platz hat sehr unter dem doch recht harten Winter gelitten. Der Sanitärtrakt muss ebenfalls generalüberholt werden."

Vereinspräsident Rüdiger Petrasch hatte in der vergangenen Woche auf die Aktion in der Volksstimme aufmerksam gemacht. Letztere Bemerkung zum "Sanitärtrakt" rief nun Bürgermeisterin Petra Hort und Bauamtsleiter Olaf Küpper auf den Plan. "Die Aussage in dem Zeitungsartikel, dass der Sanitärtrakt generalüberholt werden muss, hat mich verwundert. Schließlich haben wir bislang eine Million Euro in die Sanierung des Börde-Stadions gesteckt. Allein in das Sportlerheim sind seit der Wende rund 400 000 Euro geflossen", berichtet Petra Hort.

Nach der von Petrasch aufgeführten Mängelliste habe sie sich nach eigenen Angaben selbst ein Bild vom Zustand der sanitären Anlagen machen wollen, um erst einmal abzuklären, um welche baulichen Missstände es sich im Einzelnen genau handelt. Ihrer Meinung nach sei mit Petraschs Aussage der Eindruck erweckt worden, dass sich die Stadt nicht um die Sanitäranlagen des Sportlerheims kümmern würde. "Aber hier wurde viel Geld investiert", betont Hort.

Deshalb nahm gestern bei einem Vor-Ort-Termin Petra Hort gemeinsam mit Bauamtsleiter Olaf Küpper als erstes die Duschen und Toilettenräume des Sportlerheims, die vom Verein genutzt werden, unter die Lupe. Küppers Expertenfazit dazu fiel wie folgt aus: "Ich denke nicht, dass der Zustand dieser Nasszellen als schlimm zu bezeichnen ist. Sicherlich muss auch hier etwas getan werden. Aber die Duschen haben eine solide Grundsubstanz. Der Trakt wurde 1997 saniert. Dass das nicht immer alles nigelnagelneu sein kann, muss aber auch jedem klar sein."

Beim Anblick des Besucher-Toiletten-Häuschens allerdings, das laut Küpper teilweise noch von den Zuschauern genutzt wird und sich neben dem Sportlerheim befindet, war ihm und Petra Hort schnell klar, dass jener Zustand dem Verein ein Dorn im Auge sein könnte.

"Mit den 20 000 Euro, die der Verein bei der Aktion gewinnen möchte, könnte man hier schon so einiges reparieren und sanieren", sagte der Bauamtsleiter. Vor allem im Innenbereich sei einiges zu tun, räumte er ein. Er drücke dem Verein die Daumen, dass er die Mitmachaktion im Internet unter www.vereinsretter.de mit jeder Menge Mausklick-Unterstützung seitens der Fans gewinne.

Petra Hort sagte dazu: "Leider ist das Geld für solche Sanierungszwecke im Haushalt knapp und reicht hinten und vorne nicht." Ihrer Meinung nach findet noch immer viel zu wenig im Börde-Stadion statt. "Die Anfänge sind da, dass auch Veranstaltungen vereinsübergreifend organisiert werden. Aber es könnte mehr sein. " Als nächster Höhepunkt soll hier zum Beispiel am 3. Juli der Startschuss für den "1. Wanzleber Triathlon" fallen.

 

Bilder