Oschersleben (mm/yhe). Der Volksstimme-Beitrag von gestern zur Zukunft des Freibades Oschersleben hat unter der Bevölkerung scharfen Protest ausgelöst. Leser riefen in der Redaktion an und sprachen sich klar gegen die mögliche Schließung des Freibades im Jahr 2012 aus.

Karin Körnig lebt seit 1945 in Oschersleben, ihre Kinder sind hier aufgewachsen. Sie bezeichnet es als "eine Schweinerei, dass die Bosse der Stadt" das Schwimmbad schließen möchten. Was bleibe dann noch für Kinder und Familien? Karin Körnig leidet an einer Muskelatrophie. Das Wasser im Schwimmbad, die Bewegung im Wasser und der Aufenthalt an der Sonne tun ihrem Körper sehr gut. "Viele Menschen kommen in das Schwimmbad, um Sauerstoff zu tanken. Wo sollte man das in Oschersleben sonst tun. Schade wäre es auch um das herrliche Areal. Es wird viel angeboten und die Kinder können sich hier tummeln", meint Frau Körnig.

"Das Freibad darf nicht geschlossen werden", protestiert auch die Oschersleberin Renate Keil gegen die Rathauspläne. Die Rentnerin gehöre mit weiteren Altersgenossinnen im Sommer zu den regelmäßigen Nutzerinnen des Bades und könne sich ein Leben ohne das kreislauffördernde Schwimmen schlecht vorstellen. Die Stadt solle nach Meinung von Frau Keil lieber Geld in die Sanierung der Becken in der Breitscheidstraße stecken als ein neues Außenbecken an der Schwimmhalle im Peseckendorfer Weg zu investieren. "Dort im Gewerbegebiet herrschen Lärm und Dreck vor, kein Vergleich zur gepflegten Anlage in der Breitscheidstraße", findet Renate Keil.

"Ich bin dafür, das Freibad zu erhalten", sagt der Oschersleber Hein-Jörg Sänger. Seine Tochter ist zehn Jahre alt und eine echte Wasserratte. "Wo soll sie denn baden, wenn das Freibad geschlossen wird", fragt er sich besorgt und kündigt eine Unterschriftensammlung für den Erhalt des Bades an.

Für den Fortbestand des Freibades sprechen sich ebenfalls Steffi Lange, eine ehemalige Oschersleberin, die jetzt in Köln lebt, und die Bodestädterin Rosemarie Klawikowski aus. Frau Klawikowski besuche das Bad seit 40 Jahren und finde es nicht richtig, wenn die Stadt auf Kosten von Einwohnern aller Altersschichten Geld einsparen wolle.