Die Mitglieder des Tennisvereins Grün-Weiß 90 Klötze sind wütend. Unbekannte drangen in ihre Vereinsanlage am Zinnberg ein und richteten großen Schaden an. Viel mehr als die dadurch entstandenen Kosten wiegt allerdings die Arbeit, die auf den Verein zukommt, um die Schäden zu beseitigen.

Klötze. Hartwig Lemme und Jörg König trauten ihren Augen kaum, als sie am Dienstagabend in der Tennisanlage einige Arbeiten erledigen wollten. In den Maschendrahtzaun war mit einer Drahtschere ein riesiges Loch geschnitten. Auf den drei Spielfeldern waren fast alle Spezialschienen, die als Spielfeldlinien in den Boden eingelassen sind, herausgerissen. Dafür benutzten der oder die Täter sogar einen Haken des Vereins, der noch eine besondere Rolle spielen wird.

"Das muss zwischen Montag, 19.30 Uhr, und Dienstag, 18 Uhr, geschehen sein", berichtete gestern Volker Kempa vom Tennisverein. "Bis zu diesem Zeitpunkt am Montag haben wir hier nämlich noch die Hecke geschnitten." Am Dienstagabend dann der Schock: Matten waren umhergeworfen, Leisten aus dem Boden gerissen und an die Böschung geworfen. Überall Fußspuren.

Der Verein erstattete Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt. Der finanzielle Schaden wird auf rund 800 Euro geschätzt. Doch viel schwerer wiegt der zusätzliche Arbeitsaufwand, der jetzt vor dem Verein liegt, um die Spielfelder wieder herzurichten. Denn das ist nicht einfach: Die Plätze müssen genau vermessen werden, damit die standardisierten Feldgrößen auch stimmen. "Das ist eine Heidenarbeit, die Plastikleisten wieder zu verlegen", schimpfte Volker Kempa. "Die sind hier mit Vorsatz reingegangen, um hier was zu zerstören." Wer den Verein jedoch so schädigen würde, kann sich Kempa nicht vorstellen: "Wir hatten keinen Streit mit jemandem." Auch Einbrüche gebe es nicht oft. Lediglich im vergangenen Jahr sei dem Verein ein komplettes Tor gestohlen worden. Die Versicherung zahlt in solchen Fällen nicht, da es sich bei der Tennisanlage um einen Außenbereich handelt. Der kleine Verein mit 24 Mitgliedern bleibt in beiden Fällen auf den Kosten sitzen.

Die Spielfelder sollten in dieser Woche gewalzt werden, für Sonnabend ist erneut ein Arbeitseinsatz vorgesehen. "Wir engagieren uns und so ´n paar Randalierer machen alles wieder kaputt", ärgerte sich Volker Kempa.

Bei dem gestrigen Rundgang über die Anlage wollte er eine Art Feuerhaken zeigen, den die Spieler als Hilfsmittel benutzen, wenn die als Linien dienenden Leisten angehoben werden müssen. "Die haben sich nicht mal gebückt, sondern gleich unseren Haken benutzt", berichtete Kempa und zeigte auf eine Stelle vor dem Loch im Zaun. Hier sollte er eigentlich liegen, doch von dem Haken weit und breit keine Spur. Kempas Schlussfolgerung nach einigen Telefonaten: "Die Randalierer waren ein zweites Mal hier und haben den Haken mitgenommen. Von uns hat ihn keiner genommen."

Die Tennisspieler hoffen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung: "Vielleicht haben Spaziergänger Ungewöhnliches gesehen oder Leute bemerkt, die auf der Anlage nichts zu suchen haben." Sie sollten sich bei der Polizei melden.

 

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