In der Stadt Oschersleben und ihren Ortsteilen gibt es immer wieder Diskussionen darüber, wie hier mit Bäumen umgegangen wird. Deswegen hat die Volksstimme in die aktuelle Leserumfrage auch dieses Thema aufgenommen. Noch bis zum Donnerstag nächster Woche besteht die Möglichkeit, an dieser Umfrage teilzunehmen.

Oschersleben. Den größten Protest gegen Baumfällaktionen hatte es in Oschersleben im Jahr 2004 gegeben, als die Friedrichstraße saniert und die gesamte Baum-Allee verschwinden sollte. Was sie dann auch ist, denn die mehr als 1000 Unterschriften hatten im Rathaus keine Wirkung gezeigt. Seither hat es in Oschersleben und in den Ortsteilen weitere umstrittene Baumfällaktionen gegeben. Im Damaschkeweg beispielsweise, oder auch jüngst in der Lindenstraße.

Und vor allem im Zusammenhang mit der Lindenstraße, wie auch schon vor Jahren bei Maßnahmen in der Anderslebener Straße und in der Breitscheidstraße, ist die Art und Weise kritisiert worden, wie in Oschersleben Bäume gepflegt werden. Zumal ein in der Lindenstraße erstelltes Gutachten ergeben hatte, dass die Bäume aufgrund des häufigen Rückschnitts krank geworden sind und sich "ihre Standsicherheit verringert" hat, wie festgestellt wurde. Was wiederum nun ein Argument war, im Vorfeld einer geplanten Gehwegsanierung alle Bäume zu entfernen.

Darüber hatte sich unter anderem die Stadträtin Lieselotte Drohberg (Bündnis 90/Die Grünen) sehr geärgert. Aber nicht nur Lieselotte Drohberg hatte Protest angemeldet. In den vergangenen Wochen haben etliche Einwohner der Stadt in Leserbriefen oder auch am Lesertelefon den Umgang mit Bäumen kritisiert. Heidi Siedka hatte beispielsweise unter anderem geschrieben: "Der Baum als grüne Lunge scheint vergessen zu sein. Dabei hätten wir in Oschersleben es besonders bitter nötig, viele Bäume mit großen Kronen anzusiedeln, wo uns doch die enorme Abgasbelastung und Luftverschmutzung durch den Motopark sehr zu schaffen macht." Dr. Sabine Gummert hatte unter anderem festgestellt: "Über all den skandalösen Vorgängen steht das neue Naturschutzgesetz von Sachsen-Anhalt. Hier ist klar geregelt, dass Alleen und einseitige Baumreihen an öffentlichen und privaten Verkehrsflächen und Feldwegen gesetzlich geschützt sind." Und Heidrun Gruschke hatte in ihrem Leserbrief unter anderem geschrieben: "Es ist wohl wahr, dass viele Bäume in Oschersleben durch falschen Rückschnitt geschädigt sind, sich Fäulnis gebildet hat und der einzige Ausweg die Fällaktion bleibt. Nicht wahr ist, dass die Bäume in der Lindenstraße durch Pflegefehler aus DDR-Zeiten geschädigt sind. Absurd der Gedanke auch für Laien, dass nach mehr als 20 Jahren solche massiven Schäden auftreten."

All der Kritik hatte Baubetriebsamtsleiter Steffen Czerwienski in einem umfangreichen Leserbrief geantwortet und unter anderem entgegnet: "Für den gesamten kommunalen Baumbestand gelten Gesetzlichkeiten, die es zum Schutz der Allgemeinheit einzuhalten gilt. So muss unter anderem das Lichtraumprofil der Kronen von Straßenbäumen so zurückgeschnitten werden, dass der Verkehr die Straßen in einer Höhe von bis zu 4,50 Meter ungehindert gefahrlos befahren kann." Czerwienski weiter: "Werden im Rahmen der jährlichen Begutachtung Feststellungen getroffen, dass Bäume zu entnehmen sind, werden durch die Stadt entsprechende Ersatzmaßnahmen durchgeführt. So wurden von Herbst 2008 bis Frühjahr 2009 158 Bäume und 240 Sträucher sowie von Herbst 2009 bis Frühjahr 2010 75 Bäume und 220 Sträucher neu angepflanzt."

Liebe Leserinnen und Leser, mit diesem Thema beschäftigt sich auch eine der drei Fragen der aktuellen Volksstimme-Leserumfrage. Noch bis zum Donnerstag, 14. April, haben Sie die Möglichkeit, sich daran zu beteiligen. Danach werden wir sowohl die Antworten zu dieser als auch zu den beiden anderen Fragen auswerten.