Süplingen. Etwa 250 der insgesamt 542 Mitglieder der Haldensleber Jägerschaft, trafen sich kürzlich, wie gewohnt in der Süplinger Mehrzweckhalle, zur Jahreshauptversammlung. Nach der Trophäenschau, bei der es neben prächtigen Rothirschgeweihen und Muffelwildtrophäen auch Hauer von Keilern zu sehen gab, stimmten die Jagdhornbläser der Jägerschaft auf die Veranstaltung ein.

Albrecht von Bodenhausen verlas in seiner Funktion als einer der beiden Stellvertreter des Vorsitzenden die Namen der Mitglieder, die daraufhin für ihre langjährige Mitgliedschaft oder besondere Verdienste in der Haldensleber Jägerschaft ausgezeichnet wurden.

Gewürdigt wurden dabei auch Stefan Kegel, der sich um die Entwicklung der Vereinssoftware kümmert, und Günther Kinnemann, der jahrzehntelang den Schießstand an der Dachsburg betreute, und für den es jetzt einen geeigneten Nachfolger zu finden gilt.

Den Jahresbericht des Vorstandes verlas der Vorsitzende Ortwin Görke. Dabei ging er auf einige tiefgreifende Reformen innerhalb des Dachverbandes der Jägerschaft, dem Deutschen Jagdschutzverband (DJV), ein.

"Es gibt immer wieder Gesetzesinitiativen, die an den bewährten Grundfesten der Jagd rütteln, und diese haben sich von der Bundesebene zunehmend auf die Landesebene verlagert", führte Görke in die Problematiken ein, mit denen der DJV seit dem vergangenen Jahr zu kämpfen hatte. So seien beispielsweise wichtige Rahmengesetzgebungen im Jagdwesen durch die Föderalismusreform weggefallen, Verschärfungen des Waffenrechtes konnten jedoch im Sinne der Jäger verhindert werden.

Auch Bestrebungen, Problemen durch Wildschäden mittels Bejagungsschneisen beizukommen, hätte der DJV kürzlich gezeigt und ein Modellprojekt gestartet. Aber auch auf regionaler Ebene müsse man durch selbstkritisches Handeln verhindern, dass wegen ausufernder Schalenwildbestände die Jäger von Landwirten, Forstleuten, sowie Wald- und Grundbesitzern an den Pranger gestellt werden, so Görke. Die Klagen über Wildschäden seien noch in keinem Jahr so massiv gewesen wie 2010.

Der Vorsitzende appellierte auch an seine Jagdgenossen, sich intensiv mit dem neuen Landesjagdgesetz vertraut zu machen, das jedem Jäger Sachsen-Anhalts kurzfristig zur Verfügung gestellt werden soll. Weiterhin ging Görke auf die deutliche Reduzierung der Annahme- und Untersuchungsstellen für Trichinenproben des Schwarzwildes ein und erläuterte, wie der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt damit umgeht. Auch Neuerungen im Jagdhundewesen sprach er an und nannte Gebührenneuregelungen für Jagdscheininhaber sowie für Revierinhaber.

Die Veränderung der Jagdzeiten bestimmter Wildtier- arten war für die anwesenden Frauen und Männer genauso interessant, wie Görkes Aufforderung, dass jeder Jäger sich mindestens einmal im Jahr zum Probeschießen am Schießstand einfinden solle. Auch über die ordnungsgemäße Arbeit des Vorstandes gab der Vorsitzende Auskunft und erwähnte ebenso stolz, dass neun Jungjäger im vergangenen Jahr alle nötigen Prüfungen abgelegt und ihren Jagdschein gemacht haben.

Nach dem Bericht der Schatzmeisterin Melitta Bremer und des Kassenprüfers, ging man zum gemütlichen Teil des Abends über und plauderte bei Speis und Trank über das Jagdwesen in der Region.