Die Gemeinde Sülzetal muss sparen. Das ist seit Jahren bekannt. Ebenso seit Jahren wird in den Gremien des Gemeinderates diskutiert, die Vereine der Gemeinde an Betriebskosten für Heimatstuben, Sportstätten und dergleichen mehr zu beteiligen. Erstmals werden die Gespräche mit den Vereinsvorsitzenden in den vergangenen Wochen und Monaten tatsächlich auch vorangetrieben.

Sülzetal. Spätestens dann, wenn der Haushalt der Gemeinde Sülzetal zur Debatte stand, kam in den vergangenen Jahren immer wieder ein Thema hoch: Wie sieht es denn nun mit der Beteiligung der Vereine an den Betriebskosten für Heimatstuben oder Sportstätten aus? Erst recht wurde die Diskussion zu diesem Thema schärfer, seit unter dem Etat der Gemeinde ein dickes Minus steht.

Beteiligung hin oder her, ja oder nein, dazu gibt es unter den Gemeinderäten sehr unterschiedliche Auffassungen, so viel sei schon mal vorangestellt. Doch an diesen unterschiedlichen Auffassungen scheiterte der Wille, die Vereine zu beteiligen, bislang nicht.

Als besonders schwierig erwies sich hingegen die Tatsache, einen Modus zu finden, auf gerechte Art und Weise die Vereine und Verbände zu beteiligen. Aber wie einen gerechten Modus finden? In jedem Fall waren sich Verwaltung und Sozialausschuss sehr schnell darin einig, nicht alle Vereine in einen Topf werfen zu können.

Die Verwaltung gab jedem Verein ein Papier in die Hand. Darin fanden die Vereinsvorsitzenden wieder, wie viel Strom, Wasser oder Materialien im eigenen Verein verbraucht wurden. Was die Vereinsvorsitzenden allerdings kritisierten, war der Umstand, dass sie auch die Zahlen anderer Sport- oder Heimatvereine gern gesehen hätten. Ein Teil der Unterlagen wurde inzwischen nachgereicht.

Sozialausschuss und Vertreter der Verwaltung holten in den vergangenen Wochen vergleichbare Vereine, beispielsweise die Heimatvereine oder die Sportvereine, an einen Tisch. Im gemeinsamen Gespräch sollte geklärt werden, welche Möglichkeiten die Vereine sehen, bei den Betriebskosten zu sparen.

Die Auffassungen der Vereine zur "Spar-Aktion" der Gemeinde sind sehr unterschiedlich. Bei den einen ist das Einsehen groß, die anderen sehen die Vereinsarbeit gefährdet. Genauso könnte man auch die unterschiedlichen Meinungen der Gemeinderäte zusammenfassen. Schließlich würden gerade die Sportvereine einen großen Anteil an Kinder- und Jugendarbeit leisten.

Andererseits wurde immer wieder betont, dass es bei dieser "Aktion" nicht darum geht, den Vereinen in die Taschen zu greifen, ihre wichtige ehrenamtliche Arbeit zu gefährden. In erster Linie geht es darum, die Vereinsmitglieder zu mehr Sparsamkeit zu erziehen. Auch zu Hause wird das Licht gelöscht, wenn man den Raum verlässt, duscht niemand länger als nötig, weil es ja das eigene Geld kostet.

Es muss ein Umdenken erfolgen. Jahr für Jahr hat die Gemeinde die steigenden Betriebskosten, die nicht nur aus steigenden Energiepreisen herrühren, zähneknirschend bezahlt. Dagegen steht die Meinung anderer, die Gemeinde würde am falschen Ende mit dem Sparen beginnen und fasse zuerst den "Kleinen" in die Tasche. Wie steht es hingegen um die Einnahmen der Gemeinde? Warum werden diese nicht stärker gerade aus dem Gewerbegebiet eingefordert?

Wie es mit der "Spar-Aktion" weitergehen kann, hängt in erster Linie davon ab, wann in der Gemeinde Sülzetal der Haushalt diskutiert wird.

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