Die Chance, den Peseckendorfer Schlosspark nach historischem Vorbild umzugestalten, kam schneller als gedacht. Die Bürgerarbeit macht es möglich. Am 1. April startete das Projekt.

Peseckendorf. Es ist erst wenige Monate her, dass die Ingenieure für Landschaftspflege, Franziska Wunderlich und Marc Letsch, ihre Diplomarbeit dort präsentierten, wo sie entstanden ist - im Peseckendorfer Schlosspark. In ihrer Diplomarbeit, die mit der Note 1 bewertet wurde, haben sich die beiden jungen Diplomanden mit der Umgestaltung und Sanierung des ehemaligen Guts-Parkes eingehend beschäftigt und damit dem Peseckendorfer Kultur- und Heimatverein sowie der Stadt Oschersleben, deren Ortsteil Peseckendorf ist, eine Arbeitsgrundlage für die Umsetzung des Projektes in die Hand gegeben. Allen Beteiligten war von jeher klar, dass viel Geld nötig sein würde, um aus dem Park das wieder zu machen, was er einst war.

Nun rückt die Neu- und Umgestaltung des Guts-Parkes schneller in greifbare Nähe als gedacht - die Bürgerarbeit macht es möglich. "Als Projekte für die Bürgerarbeit gesucht wurden, haben wir sofort an den Peseckendorfer Schlosspark gedacht. Wir hätten keine andere Chance, die Sanierung des Schlossparkes in Angriff zu nehmen als über die Bürgerarbeit. Wegen der Haushaltskonsolidierung der Stadt Oschersleben können keine Fördermittel beantragt werden, weil die Stadt den Eigenanteil nicht aufbringen kann", berichten Steffen Czerwienski und Sylvia Frehde von der Stadtverwaltung Oschersleben.

Gemeinsam mit Manfred Nörthen und Dietmar Korschikowski von der Kommunalen Sanierungsgesellschaft (KSG) und dem Vorsitzenden des Peseckendorfer Heimatvereins, Prof. Dr. Mario Engelmann, starteten sie einen ersten Rundgang durch den Park nach dem Start der Bürgerarbeit am 1. April. "Die KSG ist der Träger der Bürgerarbeit. Es handelt sich hierbei um eine DreiJahres-Maßnahme für 25 Leute. Wir handeln im Auftrag der Stadt. Die Lohnkosten sind EU-Mittel und werden über das Bundesverwaltungsamt Köln gefördert. Die Männer und Frauen, die hauptsächlich aus der Oschersleber Kernstadt kommen, arbeiten 30 Stunden in der Woche", berichtet Nörthen. Grundlage für das Projekt bildet die Diplomarbeit von Franziska Wunderlich und Marc Letsch.

Momentan haben die Männer und Frauen alle Hände voll zu tun, um den Park von Totholz und abgebrochenen Ästen zu befreien. Was nicht dem Peseckendorfer Maifeuer zugeführt werden kann, wird später geschreddert. Zudem wird Material für Faschinen am vorderen Teich gebraucht. Jungbäume werden entfernt und in die Pflanzgärten der KSG umgesetzt. Möglicherweise werden sie später für Ersatzpflanzungen im Park wieder gebraucht.

"Eine weitere wichtige Aufgabe ist das so genannte Entkusseln, das Entfernen des Wildwuches. Später kann an die Gestaltung der Wege gedacht werden", berichten Nörthen und Korschikowski weiter.

Ganz ohne Hilfe von Fachleuten wird es bei diesem Bürgerarbeit-Projekt nicht gehen. Doch ein Anfang ist gemacht und darüber freut sich nicht zuletzt Heimatvereinsvorsitzender Engelmann, der sich bei der Parksanierung sehr engagiert und schon etliche Fachleute nach Peseckendorf geholt hat.

Dass ein Anfang gemacht ist, werden die Spaziergänger bei der Ostereiersuche am Sonntag im Park sehen.

Randalierer haben im Schloss-park indes Ziegel am Wasserturm zerschlagen, das Schloss zum Brunnen aufgebrochen und einen Papierkorb aus der Verankerung gerissen.