Vorsichtig betritt Rhodesian Ridgeback-Hündin Bia die große Hundehütte. Hier herrscht ein echtes Wuseln und es wird täglich mehr. Denn ihre 15 Welpen sind allesamt putzmunter. Die Hündin hat mit der Geburt so vieler Welpen eine echte Meisterleistung vollbracht. Züchter Marion und Helmut Aue aus Alikendorf haben jetzt alle Hände voll zu tun. Mehrmals am Tag wird mit Nuckelflaschen zugefüttert.

Alikendorf. Als die Rhodesian Ridgeback Hündin mit dem edlen Namen "Bia toka bariki ulaya"am 14. April ihren Nachwuchs auf die Welt brachte, wurden Marion und Helmut Aue gar nicht fertig mit dem Zählen. Sie sind erfahrene Hundezüchter, aber so etwas hatten sie noch nie erlebt: 15 Welpen auf einen Schlag. Diese Tatsache sorgte erst einmal für eine riesige Aufregung.

Nicht nur Bia, sondern auch Frauchen und Herrchen waren total überfordert. Dem Ehepaar war sofort klar, dass ihre Hündin Hilfe braucht. Allein konnte sie die Winzlinge nicht versorgen. Also hieß es, Welpenmilch besorgen. Tierärztin Dr. Rosi Reimer aus Anderbeck trieb gleich einen Zehn-Kilo-Sack auf. Das Ehepaar Aue füttert die Hundekinder vom ersten Tag an mit Milch aus kleinen Baby-Nuckelflaschen.

Einen großen Schreck bekamen die Alikendorfer, als Bia zwei Tage nach der Geburt plötzlich krank wurde und auch nicht mehr fressen wollte. Damit war auch das Leben der Welpen in Gefahr. Doch Dr. Reimer versorgte die Hündin noch spät abends.

Inzwischen ist der Schreck vergessen und die Welpen können bei "Mutti" wieder säugen. Aber das reicht nicht. Mal davon abgesehen, dass nur zehn Zitzen vorhanden sind, reicht die Milch nicht aus. Und so nehmen viermal am Tag Marion und Helmut Aue einen mit Decken präparierten Wäschekorb, holen erst sieben und dann acht Welpen in die Küche. Dort werden die inzwischen sehr munteren Kerlchen mit der Flasche gefüttert. Und kaum sind die Welpen abgefüttert, geht die Aktion von vorn los. Um 23 Uhr bekommen sie ihre letzte Mahlzeit, aber spätestens um 7 Uhr morgens knurren wieder die Mägen der süßen Racker.

Über das Zufüttern in der Küche wacht Jack-Russel-Hündin Lisa. Sie ist mit gro-ßem Eifer dabei und übernimmt nach dem Trinken das Ablecken der süßen Hundemäuler. Damit wird die Verdauung der kleinen Hunde angeregt.

Eine neue Hundehütte musste Helmut Aue übrigens auch bauen, die alte war viel zu klein für die große Hundeschar samt Mama. Nach drei Tagen intensiver Arbeit war das Schmuckstück fertig. Selbst einen Windfang hat der Züchter eingebaut, damit sich die kleinen Hunde nicht erkälten.

Lustig wird es wohl in etwa einer Woche, wenn die Welpen ihre Hütte verlassen können. Dann kann auch mit dem Füttern erster fester Nahrung begonnen werden. "Bei dem Wirrwarr auf dem Hof werden wir wohl gar nicht wissen, wo wir hintreten sollen", freuen sich schon jetzt Marion und Helmut Aue.

Ab der achten Lebenswoche können die Welpen vermittelt werden.

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